Plouescat –  My heart will go on

Als ich gestern von Regentropfen, die an mein Fenster klopfen, geweckt werde, ist meine Laune nicht so dolle. Auch von innen rollen die Tropfen die Fenster hinunter. An der Wäsche, die draußen auf der überdachten Veranda am Ständer hängt, bilden sich kleine Rinnsäle. Böser, böser Regen und ganz gaanz böser Wind! Der nächste Schlag wie von einer Feuerqualle kommt bereits von der Eckbank. Da sitzt der Inscheniör und zeigt mir auf dem i pad schnuckelige und geräumige Ferienhäuser in der Region. Die sind natürlich ein Drittel billiger als unser überschaubares Haus mit Animation, Spaßbad und den Holländern. Die nächste Attacke lässt nicht lange auf sich warten. Der Inscheniör dreht die Heizung auf und legt zum Trocknen seine nassen getragenen Laufklamotten darauf! Will der mich jetzt umbringen??

Ich will sein wie das gestreifte Meereswürmchen und mich schnell in den Sand einbuddeln. Was tun, wenn es regnet? Wir haben die gleiche Idee wie ca. 3000 andere Urlauber. Wir besuchen das Ozeanarium in Brest. Es ist wie der Disney Film Findet Dorie: die ganzen Bewohner eines Korallenriffs schauen uns Besucher mit ihren Charakterköpfen irgendwie altersweise aus dem Glasbecken an. Ich transpiriere, mir ist eng und ich werde mit der Menge zu den verschiedenen Fisch- , Korallen-, Krebs- und Schildkrötenattraktionen geschoben. Clara ist begeistert, als sie im Touch Pool Seestern und -igel anfassen  darf… tja, where the fuck is Dorie? Der Film bringt den Unterwasserzoo auf den Punkt.

Weniger Begeisterung zeigt die Hasi beim Besuch des Le Château in Brest. Die Festung dieser Stadt beherbergt ein Marinemuseum. Hinzu werden geschichtliche Aspekte aufgeführt. Clara will lieber in der Stadt einen Spielzeugladen suchen, weil sie ihr Urlaubsgeld in die französische Volkswirtschaft pulvern möchte. Der Inscheniör und ich sind enerviert und spähen von der Festungsmauer Tauschparkplätze aus. Brest schauen wir uns nicht mehr an, da es im 2. Weltkrieg zerstört wurde und recht zweckmäßig wiederaufgebaut wurde. Übrigens waren die Bretonen als Seefahrer und Eroberer von neuen Welten sehr beliebt. Warum? Sie denken nicht an die Zukunft, so schreiben es zumindest die Geschichtsbücher.


Heute morgen werde ich von Sonnenstrahlen wachgekitzelt. Nach wetteronline verspricht der Tag 11 Sonnenstunden. Bloß nix verschreien, das Wetter in der Bretagne ist wie eine launische Diva. Aber heute meint sie es gut mit uns. Der Inscheniör sucht für seine zwei Weibsen die schönsten Strände in der Umgebung – Plouescat- das ist mehr als aufopferungsvoll, nimmt er doch nach einer halben Stunde intensiver Sonneneinstrahlung die Farbe eines Hummers an!  


Der Strand verspricht alles, was einen schönen Urlaubstag ausmacht: türkisblaues Meer, feinster Sand, Felsen zum Klettern und und und … Der Inscheniör und die Hasi erkunden die Kletterfelsen. Ich lege mich in die optimale Sonnenanbeterposition und lasse zwischen meinen Fußzehen den Sand rieseln…nicht lange währt die Stille: da koscht kei FGAGA mache, wir sind ned im Oschte! Argh … was noch weitaus schlimmer sind im Urlaub als die Holländer, das sind die reiselustigen Schwaben aus dem Ländle. Ich erhebe mich und lasse bis mich bis zu den Knien vom Atlantikwasser fluten. Oh Gott, ist das kalt! Egal, die Sonne lacht immer noch vom Himmel. Nach zwei Stunden gehen wir. Im Auto drehe ich den französischen Radiosender lauter. Es läuft Despacito. Der Inscheniör schaut mich an. Bevor ich was sagen kann, antwortet er mir: Ich weiß, du machst Zumba zu diesem Lied! So ist das wohl, wenn man schon lange Zeit beieinander ist, man versteht sich bislang auch ohne Worte!

Auf eine Zigarette in Morlaix  


 Der Inscheniör hat sich mittlerweile zur Hasi einquartiert, für eine geruhsame Nacht ohne Matratzenerschütterungen und sein Löwenweibchen allein zurück gelassen. Meine Freundin P., die Tatsachen gerne auf den Punkt bringt, sagt, dass die Hollis total nette Menschen sind. Vielleicht sollte ich des Nächtens einmal einen duui duui Lockruf entsenden, was sowohl Hallo als auch Tschüss heißt. Der Tag startet gemächlich. Die Hasi will reiten, aber alle Ponys sind ausgebucht. Erst am Montag ist Ponyreiten wieder möglich. Der Inscheniör will es da richten und mehr für die 9 € rausholen. Ich sehe auf meiner Joggingstrecke unzählige Väter mit ihren Töchtern und Ponys, die ihre Hinterhufe in den Rasen stämmen und sich genüsslich an demselben bedienen. Mal schauen, wer von den beiden am Montag die Oberhand hat. Weil ja die Ponys ausgebucht sind, gehe ich mit meiner Tochter ins Schwimmbad, Außenpool, bei 17 Grad hab ich draußen auch noch nie geplantscht. Während ich im Strudelbecken gemächlich vor mich hindümple, beobachte ich die Leute. Auffallend sind die englischen Familienväter mit Sonnenbrand, gerne tätowiert. Einer trägt ein großes Herz an grünen Ranken am Oberarm. Darauf steht mother.  Ich halte es wie Gloria Gaynor, die gerade aus der Animationsecke dröhnt: I will survive und tauche unter.


Nach der Regenpause fahren wir nach Moirlaix, einem Ort 10 km entfernt. Der Inscheniör gibt mit seinem angelesen Wissen aus dem Reiseführer an: Berühmt war die Stadt einst für sein Monopol von der Tabakfertigung in der Bretagne. Deshalb wurde ein Viadukt 1800 gebaut um die fertigen Tabakwaren nach Brest und Paris zu liefern. Ein schönes Örtchen mit steilen Gassen und vielen Kunstateliers. Wir sind etwas müde und kehren in einem Café ein. Wir überlegen für die Völkerverständigung und Kontaktaufnahme heute Abend am Campingplatz Pizza essen zu gehen. Der Inscheniör reißt die Augen auf als er eine Stunde später die Speisekarte dorten studiert: Lauter holländische Biere! Und den Film Madagaskar gibt es heute Abend auch im Mini Club auf holländisch…und das Interieur und der Anstrich des Lokales gibt sich selbstredend in orange. Jetzt hilft nur noch beten!

Umzingelt von Holländern

So merkt der Inscheniör kritisch an und fragt sich: Warum fahren die dorthin, wo das Wetter doch genauso schlecht ist wie bei denen zu Hause? Der Campingplatz ist eindeutig in der Hand von Holländern und auch von Engländern. Wie in einem Ali Mitgutsch Wimmelbuch geht es zu. Ansonsten ist das mobile Home klein und der Inscheniör sehnt sich nach seinem Beichtkameraden und Vada. Dorten war alles besser im letzten Jahr: die Hütte geräumiger, die Temperaturen doppelt so hoch und der Sprache rudimentär mächtig,  hatte man auch kein Problem früh um 11 Uhr in der Strandbar una bierra a la spina , per favore zu ordern. Das Grauen in der beengten Unterkunft nimmt nachts seinen Lauf. Hat der Inscheniör doch ein impulsives Löwenweibchen an seiner Seite und dieses ist nachtaktiv ohne Ende… um 3 Uhr kapituliert er und richtet seine Bettstatt auf der Küchenbank. Wie zehn Elefanten hast du dich des Nächtens hin und her geworfen, so wirft er mir vor. Danke, aber auch! , leicht beleidigt ziehe ich ab. Kein guter Tag, wird nur Spiegelei geben.

Der Tag verspricht dennoch schön und sonnig zu werden. Der Inscheniör führt seine Gazellenbeine zu einem 12 km Lauf aus, ich begebe mich währenddessen zum Ponyreiten mit der Hasi. 9 € für eine halbe Stunde, 20 Minuten davon frisst das störrische Vieh alle Grashalme und Blumen vom Wegesrand. Ich bin voll überfordert mit Saxo, wie das gefräßige Pony heißt. Anschließend darf ich laufen. Ich verirre mich in den weitläufigen Artischockenfeldern und werde von den Hofhunden verbellt. Morgen nehme ich die Poserstrecke wie der Inscheniör, die soll zu erstklassigen Stränden führen.

Diese Strände muss er mir heute noch zeigen, das Wetter ist in den nächsten Tagen schlechter gemeldet. Im Moment  lacht die Sonne vom Himmel, wir sammeln Muscheln, kraxeln auf dem Muschelkalkfelsen herum und liegen in der Sonne. 

Zum Abschluss des Tages gehen wir in die Strandbar. Der Inscheniör ordert ein Hefeweizen, welches im „Berliner Weiße“ Glas gebracht wird. Er vermisst nix mehr, außer vielleicht die Bildzeitung zum Bierchen. Er baut sich erste Eselbrücken zur französischen Sprache: s’il vous plait – sehen – wuchten – Blei, jeweils die zwei bzw. drei Anfangsbuchstaben!

Willkommen bei den Sch‘ tis …

…war eine recht erfolgreiche französische Komödie, in der ein Postbeamter von der Provence in den Norden versetzt wurde. So fühle ich mich auch gerade. Es regnet, der Wind bläst erbarmungslos bei gefühlten einstelligen Temperaturen, ich verstehe kein Wort und das blöde Meer hat sich auch vom Acker gemacht. Nur seinen fischigen Geruch hat es dagelassen. 1400 km weit weg sind wir vom heimeligen Franken, wo die Temperaturen im komfortablen zweistelligen Bereich liegen.

Der Tag startet zwar windig, aber  unerwartet sonnig in Saint-Malo. Die trutzige Küstenstadt präsentiert stolz ihre Stadtmauer, die zugleich eine Wehranlage war. Die Bewohner agierten zu früheren Kriegszeiten nicht unclever, denn sie fühlten sich weder französisch noch bretonisch und hielten sich aus den Streitigkeiten raus – ein kleiner Zwergenstaat, wie Monaco sozusagen. Wurden in Kriegszeiten die zahlreichen Handelsrouten der Maloner abgeschnitten, so verlegten sie sich kurzerhand auf die Seeräuberei. Mit dieser Strategie waren sie lange erfolgreich. Das Ende nahte im 2. Weltkrieg als die Alliierten es zerstörten, da sich die Deutschen hinter den trutzigen Stadtmauern verschanzten.

Wir lassen uns zuerst von  Sonne und Wind  verwöhnen als wir auf der Stadtmauer einen kleinen Rundgang machen. Ein Regenbogen schmückt das Meer. Ein paar Hartgesottene probieren sich am Baden ohne Neoprenanzug. Doch das Wetter ist eine launige Diva und schickt  Regenschauer  vom Himmel. Eine Kirche bietet Unterschlupf. Die Hasi nervt, da wir ihr aufgrund der langen Reise, welches sie ohne Murren durchstand, ein Geschenk versprochen haben. Erst als sie einen Bleistift mit Anhänger und einen Edelstein in der Hand hält, dürfen ihre Eltern einen Kaffee trinken.

Danach geht es weiter nach Westen. Der Inschniör ist zufrieden, denn die Benzin- und Dieselpreise sind wie in der Heimat, die Preise im Supermarkt etwa 10 % Aufschlag, nur das Essen im Restaurant sind Halsabschneiderpreise. Es regnet immer wieder als wir über die fast leere Autobahn gleiten. Nachmittags erreichen wir unser Ziel in Carantec. Unser Campingplatz liegt an einem Meeresarm in der Nähe von Brest. Und da sitzen wir nun zwischen Wind und Watt… Mal schauen was die Tage so bringen…

Schlacht- Tag 2: von der Somme zum D-Day

Mach zu, sind die ersten liebevollen Worte, die der Inscheniör mir heute früh um 7 Uhr in dem hermetisch abgedunkelten Raum zu raunt, in dem sowohl die Hasi als auch die Klimaanlage friedlich vor sich hinschnorcheln. Geschlagene zweieinhalb Stunden später sind wir zum Aufbruch bereit und steigen in die deutsche Luxuskarosserie ein. Nieselregen und französische Chansons begleiten uns. Reine Sabotage, knurrt der Inscheniör bereits wenige hundert Meter später, das haben sie nicht im Griff! Er meint damit die französische Verkehrsführung zur Autobahnauffahrt, die uns kreiseln lässt. Die könnten da von der EU noch lernen , so fährt er fort, derweil eine rauchige Stimme lasziv von Liebe und mehr singt. 


Unsere Fahrt auf der A 26 führt nach Amiens. Links und rechts säumen Kartoffelfelder unsren Weg im Schnürrlesregen. Der Inscheniör gibt sich inzwischen launig: Unser Porsche Diesel könnte sich hier austoben! Wir überqueren die Somme und sehen auf der rechten Seite einen Soldatenfriedhof. An der nächsten Ausfahrt bei Marcelcave fahren wir raus. Die Schlacht an der Somme fand vom 1. Juli 1916 bis irgendwann im November des selben Jahres statt. Gewonnen hat hier keiner und auf Menschlichkeit wurde wohl auch kein Wert gelegt: stupides Abschlachten von Deutschen, Franzosen und Engländern. Insgesamt wurden eine Millionen Menschen getötet. 


Als nächstes besuchen wir ein fesch aufgemachtes australisches Kriegerdenkmal. Einige Australian Guys haben 1918 die Deutschen in Fouilloy gestoppt. Das alles ist schon 100 Jahre her und der Inscheniör vermisst an dieser Stelle die deutschen Gräber. Für mich gewinnt die Sammlung von Kriegsgräbern in Schulen an Bedeutung. 

Auf der A 29 geht es weiter Richtung Le Havre und Caen.  Wir sind in der Normandie und sehen endlich das Meer. Ein weiterer geschichtsträchtiger Ort heißt Bayeux. Da hatten die Deutschen im 2. Weltkrieg ihre Verteidigungslinien und Bunker. Die kann man heute noch besichtigen. Der Wind ist stürmisch und peitscht Regenwolken heran, so muss das Wetter am 6. Juni 1944 wohl auch gewesen sein. Wir stehen am Strandabschnitt mit dem Decknamen Sword und sind beeeindruckt von so viel Geschichte.


Abends sind wir endlich an unserem Zielort St. Malo in der Bretagne angelangt. Der  Hafenort gibt sich lebhaft mit trutziger Stadtmauer. Und siehe da, schon wieder ein Karusell, das sich dreht… ein Zeichen?

Von Franken 🍺 nach Frankreich 🍷… Tag eins: Verdun


Es ist schon vormittags um halb zehn, bis der Ischeniör seine Weibsen zur Abfahrt  eingetrieben hat. Seine Laune verschlechtert sich sichtlich, als ich ihm mit weiteren sechs Taschen entgegenkomme. Er grummelt: Des krieg ich nimmer rein, da musst du zuhause bleiben! Ich senke demutsvoll meine Lider, habe ich doch gerade seine akribisch- systematische Ordnung des vollgepackten Benz empfindlich gestört. Mit geschultem Maßauge sind die restlichen Gepäckstücke dennoch ruckzuck verstaut. Noch schnell einen Sicherheitswissi machen und dann huschwusch weg. Bis zur französischen Grenze bei Saarbrücken geht es recht zäh, eine Baustelle reiht sich an die nächste. Der Inscheniör zählt 15 und mindestens 10fach soviele Golffahrer, die zusätzlich den Verkehr blockieren. Die Hasi ist mehr als zufrieden mit dem neuen i pad und den zahlreichen heruntergeladenen Videos und Spielen. Sie verleiht einer Barbi gerade ein neues virtuelles Outfit. 


Nach der Grenze wird die Landschaft offen und weitläufig. Riesige  verblühte Sonnenblumenfelder säumen die Autobahn. Der Inscheniör stellt nüchtern fest: Frankreich war schon immer kommunistisch oder zumindest links! Ja, es riecht ein bissi nach Planwirtschaft, da muss ich ihm mal rechtgeben. Oh, Verdun liegt auf unserer Strecke nach Reims. Da lohnt sich doch ein geschichtsträchtiger Abstecher. Ich gebe vorm Inscheniör an: Kennst du die entente cordiale? Mit dieser habe ich unzählige Schülergenerationen in Geschichte gequält. Dieses Bündnis von England und Frankreich Anfang des 20. Jahrhunderts sollte beide Ländern im Kampf um die Kolonien stärken. Später kam noch Russland dazu. Die Deutschen waren dooferweise nur mit den Ösis verbandelt und als man den Kronprinz Ferdinand in Sarajewo erschossen hat, mussten sie mitmachen beim 1. Weltkrieg. 
Der Inscheniör ist geschichtssicher und weiß noch einen draufzusetzen, dass die Allierten auch mit Schuld daran hatten, vor allem die Russen. Haben sie doch damals das Bündnis mit Deutschland und Österreich- Ungarn verlassen. Mag mein Gatte da recht haben, ich als Lehrerin hab heute frei. Die Gedenkstätte von Verdun ist didaktisch gut und dreisprachig aufbereitet. Die Hasi zeigt Interesse an der deutsch-französischen Geschichte. Ich versuche den 1. Weltkrieg zu erklären. Kann es heute auch noch einen Krieg geben?, so fragt sie mich. Ich verneine und erzähle ihr was von der Europäischen Union und der NATO. Das ist gar nicht einfach zu erklären für ein siebenjähriges Kind. Meine Tochter schaut mir nach meinem Monolog tief in die Augen: Mama! Weißt du, was das größte Problem war? Die unterschiedlichen Sprachen! Da hat sie absolut recht. Der Inscheniör – ganz multilingual – hat beim Eintritt an der Gedenkstätte der jungen Dame mindestens dreimal mit Mille Grazie geantwortet. Wird schon noch werden, wir sind schließlich erst die ersten Stunden beim Erbfeind! Die Speisekarte der Feldküche anno 1916 ist trotz Schützengräben europäisch vereint: Rindfleisch aus der Dose und Kohlrüben hinter beiden feindlichen Linien.

Danach geht es gemächlich mit 130 weiter an weitläufigen Feldern. Die Golfs sind Citroens und Renaults gewichen. Planmäßig kommen wir in Reims an, beziehen unser zweckmäßiges Ibis Hotel und erkunden die Innenstadt. In der Kathedrale zündet die Hasi eine Kerze für den Glubb an. Nach den zwei Auftaktsiegen der neuen Bundesligasaison wird er aufsteigen, das spüre ich genau. Ein kleines bisschen geistlicher Support kann dennoch nicht schaden! Erschöpft von den vielen Eindrücken suchen wir uns in der Fußgängerzone ein Touristenrestaurant, bei dem die Speisekarte zumindest in englischer Übersetzung ausliegt, alles andere wäre too much frankophil. Bei Salat, Pommes, Rotwein und Blick auf ein Karusell entspanne ich mich langsam. Da beginnt sich das Karusell wieder zu drehen…

Eine Rose hat auch Dornen

oder vielmehr Stacheln. Das habe ich zumindest mal in Biologie gelernt. Der Unterschied? Dornen wachsen am Spross und Stacheln von innen aus dem Spross. Aber heute ist der erste Ferientag und die Hasi und ich sind zu Oma Karin gefahren. Von Schule wollen wir beide die nächsten sechs Wochen nix wissen. Oma Karin hat ihr neues Auto bekommen, einen kleinen blauen Flitzer. Das Grüngut passt auch in den Kofferraum, sozusagen alles im grünen Bereich! Jetzt muss nur noch der nette, nicht unvermögende, handwerklich geschickte Witwer mit noch vollem Haupthaar auf dem Rasenmäher angefahren kommen …

Den Inscheniör haben wir zu Hause gelassen. Der muss noch vier Tage Zoomania über sich ergehen lassen, bevor es in den Urlaub zum Erbfeind in die Bretagne geht. Heute ist er beim Orthopäden: Rücken halt! Ich bin besorgt, der Inscheniör gibt sich kämpferisch: Dann haben Sie mich ins MRT gefahren, um einen Bandscheibenvorfall auszuschließen … ich sehe mich bereits mit Notfallköfferchen, bestehend aus gut temperierten südafrikanischen Weinen und einen 50 € Grappa, zu Besuch in eine Rehaklinik in das Grenzland fahren. Leidend wird er wie alle Genesenden an Krücken sein Hab und Gut in einer Stofftragetasche um den Hals tragen 😱 …und der Orthopäde war anschließend so begeistert von meiner Bandscheibe, so ne schöne hätte er noch nie gesehen in meinem Alter… Ich schnaufe erleichtert auf! Der Inscheniör schnurrt am Telefon wie ein Kätzchen als er fortfährt: … Meine Muskeln sind daran Schuld, dass mir die Wirbel rausrutschen. Ich habe so eine kräftige Rückenmuskulatur, dass sie bei Anstrengung den Wirbel rausdrücken. Oha, wo habe ich die ganze Zeit meine Augen gehabt? Ich habe Herkules geheiratet!

Jetzt muss ich aber erst mal zu Herrn B., meine Neuröschen loswerden. Ich habe ihm auch was mitgebracht: eine CD von Opa Adolf und ein ausgedrucktes Exemplar meines  Blogs  von den Dornenvögeln. Ich lese ihm Pater Ralf de Briccasart war schlimmer vor und Herr B. springt gleich darauf ein: Und da liegen Maggie und der Pater zusammen im Bett und er sagt zu ihr, dass sie seine Rose sei. Maggie erwidert darauf, dass eine Rose auch Dornen hätte. Also Herr B. muss die Dornenvögel neben den zahlreichen Fernsehwiederholungen wohl auch in seinem DVD Regal als Goldedition haben. Der kann es ja auswendig zitieren. Psychologisch betrachtet ist Herr B. kein uninteressanter Fall, so überlege ich im Geheimen. Aber mit den Dornen hat er absolut recht: weg mit den Neu-Röschen hin zu der Rose mit Dornen oder biologisch korrekt mit Stacheln.

Der Weg zu meiner inneren Rose führt bei mir gerne über den äußeren Anschein. Ich parke an alter Wirkungsstätte ab. In der Ferienzeit ist die Schranke offen. Ich schlendere über den Hof.

Wenn man Neuröschen hat, interpretiert man vieles falsch. Das ist symptomatisch dafür. Für was steht wohl der Apfel? Rot und prall wie bei Schneewittchen symbolisiert er Lebenslust und Begierde?


Oder angeknabbert? Zehrt der Zahn der Zeit an ihm? Die Zähne, die immer zu unseren Wunden passen?


Letztendlich platt gemacht? Ach, was denke ich. Schüler haben sich einen Spaß gemacht und sich gegenseitig mit Äpfeln abgeschossen. Die Schneebälle waren aus und Chips munden allemal besser als gesunde Äpfel.

Zu meiner Rechten steht das alte rote Steingemäuer. Die Tür steht offen. Auch wenn ich da jetzt nicht hineingehe, rieche ich seinen Geruch von Linoleum, vergessenen Jacken und Turnbeuteln und alten Steintreppen. Im Keller wird gewerkelt, im Erdgeschoss gekocht, im ersten Stock im PCB Raum hängen alte Socken zum Lüften und im zweiten warten kleine Stecknadeln im Handarbeitsraum auf ihren Auftritt. Und auf dem Dachboden hocken wahrscheinlich  böse alte Gespenster. Da hätte der gute Freud eine harte Nuss zu knacken. Schnell weg hier, bevor sie mich noch verfolgen.

Ich bin ja eh nur auf dem Weg meine äußere Rose zu verschönern und die Stadt ruft mit Sommer Sale Artikeln in Form von allerlei Geschmeide. Wer noch nicht genug vom Interpretieren hat, der kann sich gerne das preisgekrönte Video von REM reinziehen. Da tropft die Symbolik aus jeder Szene. Aber bitte nicht dabei aus der Haut fahren, was losing my Religion eigentlich übersetzt heißt. Ich bleibe zumindest ganz bei mir und denke an den letzten Satz von Herrn B. nach: Maggie war durch ihre Liebe viel näher bei Gott als es der Pater je gewesen ist. Und nicht zu vergessen: Sie war eine Rose mit Dornen.

Weißes Papier

Weißes Papier war 1993 das hoch gelobte Album von Element of Crime: Musik und Text im Einklang von Depression und Sarkasmus, und ist neben Delmenhorst das erfolgreichste.

Ich bin gerade dabei mir meinen Lippenstift aufzulegen und schaue kritisch mein Konterfei im Badspiegel an: „Heute erhört er mich und geht mit mir ein Erdbeereis essen!“ „Wer?, fragt der Inscheniör aus der Dusche heraus. „Na, Sven!“ „Hast du mit dem überhaupt schon mal geredet?“ „Natürlich: 1988, als ich ihn bekocht habe. Es gab Fleisch mit Reis – Reisfleisch!“, erwidere ich etwas spitzfindig.

Wir sind auf dem Weg nach Erlangen ins E-Werk. Dort war ich schon öfter auf Element of Crime Konzerten, ganz früher in den 90ern noch mit Schnuffi in der Besetzung. Das Publikum ist in meinem Alter, ab Mitte Vierzig aufwärts: altgewordene Grünwähler mit Brille und lichtem Haarkranz, ein paar Freaks und Frauen wie mich, gutsituiert mit Hüftgold, aber perfekt sitzender Frisur. Ich schaffe es mit meinen 1,58 cm mich in die zweite Reihe zu drängen, mehr geht nicht, leider. Sven und seine Band sind noch etwas älter als ich, Drummer und Bassist mit schlohweißem langen Spinnwebehaaren. Aber das ist mir egal, es kommt auf das gesungene Wort an und da packen sie mich seit über einem Vierteljahrhundert. Ich kann jeden Text auswendig – und singe mit geschlossenen Augen! Die Lieder der letzten Jahrzehnten kann ich mit meinen Gefühlen kanalisieren. Ich kann warten – meinethalben auf schwerer See , damals hinterm Mond oder in Delmenhorst. Manchmal war  eine dunkle Wolke über mir und ich hätte gerne, wenn ich mich getraut hätte, mir von der Seele geschrieen: Rette mich vor mir selber! Aber ich sitze ja gerne aus – niemals mehr so dumm sein wie weißes Papier!

Als Sven “ a Girl like you is hard to find“, eines der Frühwerke aus den 80ern, spielt, hebe ich schüchtern die Hand. Juhu, ich stehe hier in der zweiten Reihe! Magst du mit mir endlich ein Erdbeereis essen? Doch leider ist die Musik zu laut und ich zu klein. Mein Begehr verhallt ungehört. Nach drei Zugaben ist das Konzert irgendwann aus. Doch was sehe ich beim Hinausgehen? Sven liest im November in Nürnberg aus seinem Buch Wiener Straße und da bin ich ganz bei ihm, wenn es um die 80er Jahre in Berlin geht mit Hausbesetzern und Punk. Und ich schwöre, da stehe ich ganz vorne in der ersten Reihe bei der Buchsignierung und sage ganz forsch: “ Ey, ich bin Franka Kranz, gehst du mit mir ein Erdbeereis essen? Weil ich hab schon mal für dich gekocht! Erinnerst du dich? Es gab Fleisch mit Reis – Reisfleisch…“

Und bis dahin lass ich es mir gutgehen und weil es so schön melancholisch ist, gibt es noch zum Schluss Rette mich! Wohlgemerkt ist der Hafen von Hamburg keine Sackgasse, sondern man kann nach New York schippern, direkt zur Freiheitsstatue.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwischen Zoomania und Dschungelbuch

Heute ist nix mit Gemütlichkeit, denn heute ist bei Siemens Familientag angesagt. Das sind die Momente, in denen ich meinen Inscheniör endlich zu verstehen gelernt habe. Wo verdammt noch mal sind denn bloß meine schwarzen Café Noir Sandalen mit den Straßsteinen? Hektisch suche ich das ganze Haus ab, bis ich sie in der hintersten Ecke des Arbeitszimmers finde. Von unten höre ich den Inscheniör fluchen: Eine einzige Katastrophe… Meint der etwa mich damit? Zügig schließe ich die Riemen meiner Sandaletten, werfe einen letzten Blick in den Spiegel, ob alles sitzt und eile die Treppen hinunter. Der Inscheniör lässt das Gaspedal aufheulen und die Hasi sitzt schon brav in ihrer Sitzerhöhung. Ist ja gut, bin ja da!! Sekunden später sieht die heimische Hofausfahrt nur noch die Rücklichter des Benz. 

16 Minuten später stehen wir vor der Abbiegung an der Ampel, wo es zu den Siemens Parkhäusern geht. Und ich schwöre bei Gott, dass in diesen letzten 16 Minuten jedem Golffahrer zwischen Eckental und Erlangen das Fürchten gelehrt wurde. Zufrieden schaut der Inscheniör auf seine Uhr: 16 Minuten, 14 Minuten ist mein Rekord! Das Südgelände ist eine eigene Stadt in der Stadt. Pappeln und Föhren säumen die preußisch angelegten Wege, an den vierstöckigen quadratisch praktisch guten Bürogebäuden, fehlt nur noch die Platte vor den Fassaden. Und damit der gemeine Siemensianer alles richtig macht, gibt es Vorschriften und Regeln, die erste bereits an der Parkhausauffahrt: Parken Sie nicht mit dem Heck an der Mauer, die zweite beim Klogang: Zu ihrer eigenen Sicherheit benutzen Sie den Handlauf bei der Treppe. 

Wir stürzen uns in das bunte Siemensianer Treiben. Sofort kann man die verschiedenen Siemens- Indianer ausfindig machen: den Leittechnik- Inscheniör mit Nickelbrille, fernem Blick, kurzen Hosen an haarigen Waden und Wandersandalen aus Jesus Zeiten; die ökologisch angehauchten Frauen aus Erlangen Mitte, die gerne mit Fahrrad und Fahrradanhänger die Straßen blockieren und natürlich die wirklich hippen Inscheniöre wie mein Inscheniör und sein ebenso hipper Kollege und Freund A. An A. und B. kommt keiner vorbei,  denn während sie lässig ihren Cappuccino im Adlerhorst schlürfen beobachten sie mit geschärften Blick das Siemens Imperium. Kollege A. im lockeren Hemd und launigem Ton hat ebenfalls seine Familie mitgebracht. Na, so begrüßt er mich, du bekommst einen neuen BMW? Ich dachte wirkliche Siemens Inscheniöre tun täglich die Welt retten und 148 Mails checken? Ich werde gerade eines Besseren belehrt: ein bisschen an Arbeitszeit wird für das Googeln von Trends draufgehen… beide Jungs tragen gerne die identischen Chino- Höschen und Poloshirts… 

Am Familientag ist alles umsonst. Wie ein Strom ziehen die Massen in die Kantine zu Currywurscht, Kaiserschmarren, Pommes und Pizza. Auch wir sind dabei und eine Arbeitskollegin vom Inscheniör, die gleichzeitig meine Weggefährtin seit fast acht Jahren ist, seitdem wir beim Geburtsvorbereitungskurs unserer beiden Kindern den Sitz- und Liegeplatz nebeneinander hatten. Wie in Zoomania wimmeln die verschiedenen Typianer durcheinander, Geschirrgeklapper mischt sich unter das allgemeine Geplapper, Hinweisschilder der jeweiligen Speisen koordinieren die Massen und schlussendlich werden die Essenreste auf den Tabletts auf Förderbändern entsorgt. Unsere Kinder verlieren sich in diesem Gewimmel und ich bin fast froh, dass ich mich im Alltag nur mit den kleinen Sargnägeln aus der 5. rumschlagen muss.

Schnell raus hier! Im Bau 82 befindet sich das Büro vom Inscheniör – ein Großraumbüro- unterteilt in einzelne Parzellen. Namensschilder, Strichlisten für Kaffee und Exceltabellen zieren den Raum. Dazwischen darf der Inscheniör täglich die Welt retten, indem er sämtliche Gaskraftwerke zwischen Aserbaidschan und Zypern am Laufen hält. Ich werde künftig etwas mehr Demut walten lassen, immer das Licht ausmachen und meinen Schukauf auf die Jahreszeiten Sommer und Winter beschränken und die zwischensaisonale Ware links liegen lassen!!

Bei Bier, Eis, Kuchen und launiger Musik lassen wir den Familientag ausklingen. Unsere Kinder haben sich den Siemensvorschriften entzogen. Sie haben ein Wasserbecken auf dem Gelände ausfindig gemacht und plantschen munter darin rum. Kurze Zeit später sind sie alle durchnässt und wir müssen schnell nach Hause gehen. Die Band spielt den alten Gassenhauer Probier’s mal mit Gemütlichkeit, während wir gemeinsam Zoomania verlassen. 


 

Alte zähe Hasen 🐰🐰🐰

Wenn einer sagt, dass morgens früh um 5.38 Uhr die Welt noch in Ordnung ist, der lügt. Höchstens er lebt als Eremit in einer abgelegenen Höhle oder hat seine ganze Bagage bereits auf die umliegenden Tauschparkplätze der Region verteilt. Mama! Ich befinde mich mit dem Kater Costa an meiner Seite im seligen Schlaf. Mama!! Die Tonlage wird schon etwas schärfer und ich stelle mich mausetot. Mama!!! Darf ich fernsehen? Der Ton scheint direkt über mein noch müdes Haupt zu schweben und trifft anschließend  auf den Nerv meines Innenohrs. Dem Kater geht es genauso, er macht erst einen ordentlichen Katzenbuckel bevor er sich ausgiebig dehnt. Dabei streckt er mir genüsslich sein Hinterteil mit erhobenem Schwanz entgegen. Was für Aussichten morgens um 5.38 Uhr. Mama!!!!  Darf ich Garfield gucken? Clara es ist früh um halbsechs, entgegne ich entrüstet. Mama, darf ich Handy? bohrt sie weiter. Nein!! Mama, mir ist aber langweilig. Was kann ich machen? , nölt sie weiter. Dann guck Löcher in die Luft oder träum vom Mathis, empfehle ich ihr schon etwas unwirsch. MAMA!!!!! Wenn du noch einmal Mama sagst, dann hast du heute Fernsehverbot!, entgegne ich gereizt. Kathrin, darf ich … ich gebe mich geschlagen und stehe mit meiner Tochter auf.

Beim Frühstück lasse ich den gestrigen Abend Revue passieren. Ich war auf der Entlassfeier an der Schule, in der ich zwei Jahre gearbeitet habe nach der Babypause. Es war meine erste 5. Klasse und jetzt haben sie ihre Abschlussprüfungen gemacht. Wie schnell doch die Zeit verflogen ist. Vor vier Jahren haben wir mal im kreativen Schreiben eigene Märchen geschrieben. Auch ich hatte dazu eines verfasst, nämlich die 18 tapferen Wackerele. Wenn man Kinder, die damals zwölf waren, nach drei Jahren wiedersieht, ist die Veränderung groß. Ich erkenne sie kaum wieder: das Wackerle Kev ist zu einem großen schicken Mann im Anzug herangereift. Das vorwitzige Wackerle hat sich zum einem Organisationstalent entwickelt und penibel den Hausaufgabenchat geführt. Das Schafott- Wackerle ist seinem Typ treu geblieben und trägt heute – voll coole Socke- Dreadlocks. Das Blumenwackerle hat den zweitbesten Abschluss gemacht und ich werde sie künftig bei meinem Zahnarzt treffen…Zu diesem Zeitpunkt ist mein Beruf der schönste der Welt: zu sehen, dass sie zu verantwortungsvollen Persönlichkeiten herangereift sind. Auch ich werde in ihrer Abschlussrede erwähnt: Mit Frau P. in der 5. Klasse fing hier alles an. Für Sie auch, denn es war auch ihr erstes Jahr hier in New Church. Frau P. war eine lustige, flippige und moderne, aber auch strenge Lehrerin. Mit ihr fiel uns der Einstieg die ersten Jahre richtig leicht. Ich bin sowas von gerührt und muss mir ein paar Tränchen verkneifen, als ich auf der Bühne eine Sonnenblume im Topf überreicht bekomme.

Ich sinniere am Frühstückstisch über meinem Magerquark: STRENG! Das hat nun noch niemand über mich gesagt. Muss ich gleich bei der Clara ausprobieren. Ich hebe die Augenbrauen und setze zum Monolog an: Hasi, wenn du vor der Schule schon Fernsehen schaust, dann hast du schon so viele Inputs, dass du dich nicht mehr konzentrieren kannst!Die Hasi rollt entnervt die Augen und erwidert: Sagt wer?? Das sag ich dir als Schulpsychologin!! Welche saublöde belehrende pseudopädagogische Antwort habe ich da gerade meiner Tochter gegeben. Verschämt schiebe ich ihr den neuen Miniboden Katalog über den Tisch. Zufrieden schnappt sich die Hasi diesen und zieht ins Wohnzimmer auf die Couch ab, wo sie dreiviertel der abgebildeten Klamotten, Schuhe und Accessoires mit Filzstift umkreist.

Rückblickend war das gestern ein schöner Abend,  mal wieder mit den ehemaligen Kollegen, Eltern und Schülern zu plaudern. Und welche nette Anerkennung ich doch erfahren habe, das muss für die nächsten Schuljahre reichen. Beim Hinausgehen bleibe ich bei einer Schülermama hängen. Ich lobe ihre Tochter, die doch die tolle Abschlussrede gehalten hat. Die Mutter winkt ab:  Früh um 4.00 Uhr habe ICH die Rede geschrieben! Aha! Erst bin ich etwas konsterniert und dann dankbar, dass ich nicht wie der Klassenlehrer, der die Wackerle fast alle zu einem erfolgreichen Abschluss geführt hat, als ein alter zäher Hase in der Rede bezeichnet wurde.