
bekommt seine neue Bedeutung, wenn man sich vorstellt, dass Bryan Adams singt: in the summer fifty years ago… no sex, drugs and rock ’n roll, sondern Hämorrhoiden, Nachtschweiß und gemütliches Wandern in Südtirol.
Es ist noch früh am Morgen und es ist soweit, ich bin ein halbes Jahrhundert alt. Und ich bin geflohen nach Südtirol, unsichtbar geworden. Als erstes weckt mich meine Mutter früh durch das Telefon: Dass du schon 50 wirst!!! Der Inscheniör ist jetzt auch wach und schiebt mir KEINEN dicken Klunker an den Finger! Stattdessen legt er mir die neue Apple Watch um das Handgelenk, welche sogar mehr technische Finessen bietet als seine. Alles richtig gemacht! Und mit dieser Uhr werde ich nochmals ein halbes Jahrhundert alt werden, weil sie mir stündlich mitteilt, dass ich eine Minute tief einatmen, wieder ein paar Schritte gehen muss und und und

Zudem kann ich die gutgemeinten Ratschläge meiner neunjährigen Tochter befolgen: Entspann dich Mama! Dabei bürstet sie ihr inzwischen langes Haar bis dieses seidig wie ein Vorhang um ihre Schultern fällt und singt in Denglish die neusten Hits ihrer Bayern 3 Spotify Playlist mit.
Auch Lore sieht in der 50 nur Vorteile: Du bist endlich du selbst, nicht mehr abhängig von Meinungen und Befindlichkeiten von anderen. Du kannst drauf scheißen, was die anderen über dich denken! Sie brauchen dich, nicht umgekehrt! Dann seufzen wir gemeinsam auf, schauen tief in unser Glas Wein und käuen doch die uralt Geschichten der letzten 20 Jahre wieder.
Das Positive am Altwerden ist außerdem, dass deine Mitmenschen das auch werden. Am 60. Geburtstag vom Papa meines Patenkindes kam ich mir fast jung vor zwischen den ganzen Sonderpädagogen kurz vor der Rente. Oder zumindest auf Augenhöhe meines Ex, dem Schnuffi, der mir erzählt, dass er erst neulich Klassentreffen von seinem Abschlussjahrgang 1984 hatte. Da kann ich auch ganz locker zu meiner Nachfolgerin sagen: Warst du da überhaupt schon auf der Welt?
Letztendlich ist es wohl am besten die 50 so anzunehmen was sie ist, nämlich eine Zahl und keine Deadline! Ich kann auf viele Erinnerungen zurückblicken, an Menschen denken, die ich sehr lieb gehabt habe und die mich ein Stück in meinem Leben begleitet haben. Und natürlich genieße ich das Leben in der zweiten Hälfte mit meiner Familie und meinen Freunden. Und ich bleibe einfach so wie ich bin:

Ich habe noch zwei Jahre bis zur magischen Zahl Zeit-jetzt dage ich, dass es mir nicht mulmig ist. Steht der Tag X vor der Tür, bin ich sicherlich seeeeeeeehr nervös. Ich wünsche mir, dass ich die Zahl so nehme, wie du es tust-nämlich einfach so tun, als ob sie normal wäre…
LG
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