Shoppen in Ruinen

Ich könnt ja jetzt voll den intellektuellen Reiseblog schreiben: Wandeln auf den Götterpfaden: Pompeji- Sorrent – Positano … oder Vesuv – der Schicksalsberg 🌋

Aber interessiert euch das wirklich? Oder ist es nicht vielmehr das Interesse am spontanen Erleben pubertärer Gedankenwelten?

Unsere Anreise nach Neapel erfolgte ohne Probleme. Es ist ein Phänomen, dass man als Lehrkörper in der Gunst der Schülerschaft steht, wenn sie ihren heimischen Radius verlassen haben. Wie die kleinen Entenküken kurz nach der Prägungsphase tappen die hinter einem her. Wenn wir Frau D. nicht hätten, wir wären verloren!, so ist die einhellige Meinung und sie ist schon viel herumgekommen. Frau D. unterstreicht ihr kosmopolitisches Wesen, indem sie eine Karte richtig halten und falten kann und natürlich auch noch lesen.

Ich bin der Ansicht, dass man ein Land oder eine Stadt am besten durch Zug/ Straßenbahn erkundigt. Am Napoli Garibaldi vereinen sich die kosmopolitischen Gerüche und Eindrücke. Jetzt haben Frau D. und ich unsere Schülerschaft am Schoss sitzen und Putzis Kopfschütteln: Das würd es bei uns in Deutschland nicht geben!!! begleitet uns durch die Tage.

Natürlich haben wir es geschafft unsere Lieben sicher ans Reiseziel zu bringen. Und das erste Bad im Meer auch wenn es schon dunkel ist.

Und die Vorfreude auf den ersten Ausflug! Blondie und Fluffy sind die ersten die schon früh morgens voll motiviert sind, denn wir gehen nach Pompeji shoppen. Ich muss sie nur kurz erinnern, dass sie ihre Hosen anziehen, dann kann es losgehen.

Die beiden sind auch nur kurzzeitig enttäuscht, dass Shopping in den 2000 Jahre alten Ruinen nur bedingt möglich ist. Zwei Stunden Kultur kann man schon mal über sich ergehen lassen und dann winkt Sonne, Meer und more. Der Lange, der bis jetzt seinen pyromanischen Neigungen nicht nachgekommen ist, schließt Freundschaft mit den Privatschülern aus Berlin- Marzahn. Na, so palavert er, als einer von diesen sein Schlauchboot die Stufen zu unserer Ferienanlage hochschleppt, seid ihr Flüchtlinge?

Aber insgesamt sind es harmonische Tage und als wir beseelt auf unserer Ferienterrasse sitzen, erklingen doch glatt aus der Hausreihe unter uns Operngesänge wie nicht von dieser Welt. Ich gehe dem nach und komme ins Reden mit gebildeten Gymnasiasten, die auf Studienfahrt sind und selbstredend in Latein und Altgriechisch bewandert sind. In die Opernklänge mischen sich Gesprächsfetzen aus unserer Häuserzeile, die sich um rein körperliche Befindlichkeiten drehen.

Trotzdem sitzen alle kurze Zeit später zusammen und finden Gemeinsamkeiten schulartübergreifend. So endet ein schöner Tag, der um 23 Uhr zum Zapfenstreich ausklingt.

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