Unter die Haut

… geht mir der Sand, die selbstgesuchten Muscheln und der Seetang, mit denen mir die Hasi mit Vorliebe den Bikini ausstopft! Das freut sie ungemein, wenn sie ihre Mama damit ärgern kann und jene quietscht, wie eine in die Enge getriebene Seekuh. Ansonsten verbringt sie die Urlaubstage schnorchelnd unter Wasser, immer auf der Jagd nach bunten Fischchen, Seegürkchen und nach Muscheln.

Der Inscheniör ist inzwischen zum Oberst aus der Reserve erwacht und kommentiert unverblümt seine gewonnenen Erkenntnisse in unserem Retortenressort. Also gestern war Schichtwechsel. Und es kamen nur Inder anstelle und die müssen wohl noch angelernt werden! Mit Indern kennt sich der Inscheniör aus: Die sagen immer, dass sie es können! Auch wenn sie nix können. Die müssen ihr Gesicht wahren und man darf Ihnen nicht sagen, dass sie was falsch machen! Da tun sich ja für mich völlig neue pädagogische Perspektiven auf: Du A! Wenn du beim Sprechen den Mund zu machst, klingt deine englische Aussprache echt superb … ähm… Aber jetzt sind erst mal Ferien, mit der mündlichen Englischprüfung beschäftige ich mich nicht vor nächster Woche!

Heute jagt uns der Oberst einen Dschungeltrail im 20 % Steigung mit Aussicht hoch. Meine zwei kenianischen Antilopen sind schwuppdiwupp binnen von Sekunden im prallen Dickicht verschwunden, nur die Muddi bleibt vereinsamt zurück und versucht den Anschluss nicht zu verlieren. Der Trail ist glitschig, die Luftfeuchtigkeit beträgt gefühlte 90 %, ich transpiriere, schnaufe, ächze, jammere… Schlussendlich heule ich und habe im Geiste schon die Scheidungspapiere unterzeichnet!!!Herrgott hilf mir, ohne Wasser, auf fremdem Kontinent fernab jeglicher Zivilisation! Panik steigt in mir hoch…

Hab ich erst letzte Woche vor Reisebeginn in der BILD Zeitung gelesen, dass ein Seychellen Urlauber plötzlich verschwunden ist. Ok, der trug ein wahnsinns hässliches Shirt! Das war sicherlich Murphys Gesetz, so versuche ich mich zu beruhigen… Oben am Gipfel, tropfnass und gefühlte 2 kg leichter, treffe ich am wolkenverhangenen Aussichtspunkt meine zwei Bergantilopen. Ich bin leider zu sauerstoffarm um loszubölken! Aber, wenn ich wieder genug Luft zum Atmen habe, ich schwör ✌🏽✌🏽✌🏽

Und weil die Schnecke am Blattgrün das Highlight bei der Wanderung ist, versuche ich meinen Ärger runterzuschlucken!

Und sonst? Was lernt uns das Retortenressort?

Ad eins: südafrikanische Kellner namens Brandon sind äußerst smart und tragen microblading Augenbrauen!

Ad zwo: Lass dich niemals mit Hot Babs früh in der Fitness Ärea ein, denn sie wohnen neben der Präsidenten Suite, die täglich soviel kostet wie ein Leerergehalt!

Ad drei: kleine thailändische Masseussen können großes Inscheniörs Kreuz zum Erliegen bringen!

Ad vier: Rote Krebse leben in Rudeln, sind sehr scheu und verschwinden umgehend bei Geräusch in ihrem Sandloch!

Deshalb für heute: eine gute Nacht! Schlussendlich geht am Äquator die Sonne schon um halb sieben unter 🌙💫🌍

3 Gedanken zu “Unter die Haut

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