Schleich auf den Seychellen

Vorweg: Dank der Luftfeuchtigkeit von 85 Prozent liegt mein volles Haar in sanften Wellen um mein Haupt und die Haut ist prall und saftig wie Schneeewittchens Apfel, selbstredend an der ungiftigen Stelle. Die Bikinifigur ist vernachlässigbar, da bei den fast menschenleeren Traumbuchten ich konkurrenzlos als Vollweibnixe durchgehe. Mit dem Inscheniör und der Hasi muss ich mich eh ned vergleichen. Die hatten als Vorfahren kenianische Langstreckenantilopen oder sowas ähnliches. Die absorbieren Nahrung bereits bei der Aufnahme.

Da der Inscheniör jeden Tag in der Morgenschwüle seinen Körper bei einem 10 km Orientierungslauf zur Höchstform auffährt, weiß er bereits die besten Buchten auf unserem Urlaubsressort Constance Ephelia. Derweil schlafen seine zwei Weibsen noch oder hängen versonnen den Gedanken nach.

Nach drei Tagen kennt er die Gegend wie seine Westentasche, deshalb muss ein Mietwagen her. Der Kreole bei der SIXT Autovermietung, mit einem dünnen Clark Gable Schnäuz ausgestattet, gibt sich launig: Du musst links fahren, hö-hö! Und weiter: This is not a Mercedes Benz! Mit guter Menschenkenntis hat er gleich den typischen Deutschen erkannt. Unser Mietwagen, ein kleiner Hyundai, eignet sich perfekt für die engen kurvigen Straßen. Raus aus dem Luxusretortenressort, starten wir in das wirkliche pralle afrikanische Leben.

Mangrovenwälder, rote Erde und kleine Ortschaften, wo die Frauen Obst an der Straße feilbieten, alte Busse mit Schulkindern, brav in Uniform, ziehen an uns vorbei, bevor der Inscheniör eine Vollbremsung hinlegt: eine Baustelle afrikanischer Art. Einer hält ein selbstgemaltes rotes Schild an einem Holzstock mit Stop in die Höhe, ein anderer sitzt gemütlich in einem Bagger, weitere sieben palavern, der letzte hat zumindest eine Schaufel in der Hand. Zuhause wäre das mit einem Bagger und maximal zwei Arbeitern getan, so merkt er kritisch an und sogleich lädt das Schild mit einem grünen Go zur Weiterfahrt ein.

Am Takamaka Strand stürzen wir uns in die Wellen. Allen voran die Hasi. Ich mache ein kleines Filmchen von ihr, dem Inscheniör und den Fluten. Es gibt doch nix Schöneres als den Daheimgebliebenen seine Urlaubseindrücke per Facebook oder Whatsapp Status reinzudrücken. Besonders stalkermäßig ist die Statusmeldung. Da gibt es doch tatsächlich Bekannte, die es wagen nur eins von zehn Bildern zu huldigen!!!

Der Inscheniör ist zufrieden mit meinem Filmchen. Ich bin ja von hinten noch definierter als gedacht, so gibt er sich mehr als zufrieden. So muss es sein und überlege wie es wohl war, damals, als mein Inscheniör zarte 15 Lenze zählte und mit abgespreizten Armen auf seinem PUCH Mofa die Gegend unsicher gemacht hat. Auch ich bin zufrieden: Noch zwei Tage Sonne und meine Extremitäten haben die gleiche Brutzelfarbe wie die leckeren Bratwürste aus meiner Heimatstadt!

Rundum ist es bis dato ein gelungener Urlaub stellen wir abends beim Cowboy Country Road Büffet fest! Auch die Hasi gibt sich friedvoll und verteilt weiße Hawai Blütenblätter an die Kellnerinnen und ihre Schleichpferde.

3 Gedanken zu “Schleich auf den Seychellen

  1. Avatar von Dagmar Meier Dagmar Meier

    Also, mir haben fei alle Fotos gefallen…
    Aber bestimmt gibt es Neider. Schade…
    Übrigens, meine Tochter will jetzt auch auf die Seychellen. Und da Papi nicht fliegt, MUSS ICH mit. Geniale Idee von ihr…
    LG Daggi M.

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  2. Avatar von Daggi M. Daggi M.

    Also, sicher sieht deine gebräunte Haut sehr chic zu deinen tollen Kleidern aus. Ich dagegen erinnere an Vanilleeis mit Erdbeerstückchen… Leider…
    Es wird sich höchstens mal ein bisschen karamelliger Charakter einstellen…
    Eine tolle Zeit noch mit Inscheniör und Hasi, Schleich, Blüten, Paradiesfeeling und all den schönen Erlebnissen…
    LG Daggi M.

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