75 Wörter für das Christkind

Halleluja! Freitag, der letzte Schultag vor den Weihnachtsferien! Endlich! Auf der einen Seite ist es die stressigste Zeit im Jahr und auf der anderen Seite soll man eine besinnliche Adventszeit erleben. Das geht gar nicht zusammen. Der Zustand in dem man sich befindet wird kognitive Dissonanz genannt.

Um die Dissonanz zu reduzieren, betrügst du dich gerne selbst. Wie der Fuchs mit den Trauben: Weil die ihm zu hoch hängen, sind sie ihm zu sauer! So kann er mit hocherhobenem Hauptes vorbeigehen. Man ändert nämlich schneller seine Einstellung als sein Verhalten. So geht es mir fast auch am letzten Schultag. Die Weihnachtsfeier in der Klasse ist mir zu laut, aus den Boxen dringt Sidos Weihnachtssong. Die Wichtelgeschenke reduzieren sich auf Deospray, denn so der O-Ton meiner Schülerinnen: Was soll man Jungs sonst schenken? Zudem sind meine Jungs unter 1,60 besonders anstrengend und kommentieren das noch ungeschönt: M. du wackelst wie ein Dildo!! Ha, ha! Soll ich jetzt meine Einstellung ändern und das witzig finden? Schmunzeln über den Wortwitz meiner kleinen Frechfratzen?

Nein, nein, meine kleinen Freunde! Ich entscheide mich dafür mein Verhalten zu ändern. Bin schließlich knallharte Lehrerin, die ihr Geschäft versteht und ihren Laden im Griff hat. Deshalb lasse ich sie 75 Wörter schreiben, eine pädagogisch bewährte Methode, um über sein Verhalten zu reflektieren …

75 Wörter: Was ich dem Christkind schon immer mal sagen wollte…

Es ist leise geworden, alle machen sich an die Aufgabe. Man könnte eine Stecknadel fallen hören.

Ich wollte dem Christkind schon immer mal sagen, dass ich es bewundernswert finde, wie es die ganzen Geschenke auf so viele Kinder verteilt und mich auch nicht vergisst. Ich habe das Christkind auch ein bisschen als Vorbild, denn das Kind macht andere glücklich. Ich will auch Glück verbreiten und meiner Familie und meinen Freunden Geschenke machen, weil ich sie lieb habe.

Ich wollte dem Christkind schon immer mal danke sagen, weil es mir immer meine Wünsche erfüllt und mich jedes Jahr erneut an Weihnachten glücklich macht. Ich wollte schon immer mal fragen, ob das Christkind glücklich ist, mit dem, was es macht. Ich wollte schon immer fragen, ob das Ck auch eine Familie hat und wenn ja, wird das Ck an Heiligabend auch beschenkt? Als danke bzw. als Belohnung dafür, dass es das jedes Jahr macht.

Also,  wenn ich ehrlich bin, weiß ich eigentlich nicht, wer du bist. Also schätze ich einfach, du bist das Kind von Gott, dass im Stall wohnt oder auferstanden ist. Ich weiß auch nicht, wie du aussiehst oder wo du grad lebst. Vielleicht bist du das Kind in der Krippe oder der Gründer von Calvin Klein oder dass du einfach erfunden bist oder existierst gar nicht .

Was ich dem Christkind schon immer mal sagen wollte ist, dass ich mir an Weihnachten am meisten wünsche, das sich alle Menschen wenigstens zu dieser Zeit vertragen und das Fest zusammen feiern. Bei uns in Deutschland ist es meist üblich, dass das Christkind an Heiligabend kommt und in England ist es der Weihnachtsmann, der kommt. Was man als Kind nicht wusste, dass die Mutter die Geschenke unter den Baum legt.

Heute, den letzten Schultag, sollen wir von Frau P. aus 75 Wörter schreiben, was wir dem Christkind schon immer mal sagen wollten. Liebes Christkind, ich wollte dir schon immer sagen, dass du eine sehr schöne Aufgabe hast. Du machst jedem Kind eine Freude, und genau das finde ich so schön. Christkind sein, ist eines der schönsten Aufgaben der Welt. Das wollte ich dir sagen.

Ich denke, Weihnachten kann jetzt kommen. Und gut aufpassen, dass euch das Christkind nicht an die Küche bindet…und mal ganz ehrlich, manche Fragen müssen einfach offen bleiben!

Frohe Weihnachten euch allen!

2 Gedanken zu “75 Wörter für das Christkind

  1. Avatar von Katja Katja

    Aufheben! Alle Werke! Und 2019 bekommen sie das als Erinnerung als Buch zur Verabschiedung. Und ich krieg auch ein Exemplar, bitte!
    Schöne Feiertage und lass es dir gute gehen!

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  2. Avatar von Daggi M. Daggi M.

    Super Idee, die Schüler haben nachgedacht, etwas geschrieben und es blieb sicherlich viel hängen…Mehr als in 300 Deutsch- und Religionsstunden zusammen…
    Frohe Weihnachten, liebe Kathrin!!!
    Daggi M.

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