Was Frauen denken und fühlen

Meine fleißige Kommentatorin in meinem Blog, Daggi M., äußerte ihr Anliegen, endlich Teil 2 von „Männern, was sie denken und fühlen“ zu schreiben. Sie hat wohl bald Geburtstag, da sie mit ihrem Gatten auf Geschenkeschau in Nürnberg war. Dort  wollte sie ihre gefühlten 1000 Geschenkideen ihm transportieren. Wenn man es genau nimmt, sind das dann Geschenke, die sie sich selbst macht. Deshalb schreibe ich heute extra für Daggi M.: Was Frauen denken und fühlen!

Gestern habe ich mir Bridget Jones Baby angeschaut auf unserem neuen TV in Wohnzimmerkinomaßen. Mein Mann, der Ingenieur, hat sich den neulich angeschafft und man kann sich zudem die neusten Filme downloaden. Bridget ist wie ich mittelalt geworden und Mark Darcy auch. Sie ist aber immer noch meine Heldin und Mark Darcy mein Held. Ich habe die Bücher Ende des alten Jahrtausends verschlungen und kann einzelne Passagen auswendig zitieren. Die Filme sind etwas überzogen und geben leider nicht immer den britischen Humor von Helen Fielding wieder.

Bridget ist zweifelsohne meine Ratgeberin in Diät-, Dating- und Liebesdingen und nicht zu vergessen der emotionalen Flachwichserei!

1. „Männer wollen keine Frau, die Beine wie eine Gespensterheuschrecke hat, sondern stattdessen einen Hintern, auf dem man gemütlich einen Krug Bier abstellen kann.“

Ich hab ja, wie schon erwähnt, einen ziemlich kapitalen Hintern, der seit dem Einsetzen der Pubertät sich explosionsartig ausgebreitet hat. Mit 15 Jahren habe ich dann meine erste Brigitte Diät gemacht. Das war schon eine traurige Angelegenheit: 1000 Kalorien am Tag. Da aß man sowas wie 30 g Nudeln und 100 g Tatar in einem halben Teelöffel Öl angebraten. Ich war dauerhungrig und seitdem ist mir klar, dass die größte Geisel der Menschheit die Kalorie ist. Im Laufe der Jahrzehnte habe ich alles an Diäten ausprobiert, was der Markt hergab: Punkte zählen bei den weight watchers, Kohlsuppendiät, Blutgruppendiät, Low Carb …In Summe habe ich sicher einen Zentner ab, aber leider auch zugenommen, wie der Mond im regelmäßigen Rhythmus. Nach 30 Jahre Hadern mit der gemeinen Kalorie versuche ich meinen Frieden zu schließen, schließlich möchte ich kein Gesicht wie eine Ziege haben. Obwohl, so 2-3 Kilos für die neuen Frühlingsklamotten nicht schaden dürften!

2.  Frauen mit Mitte 30 sind zurückgetrieben und ein tickender Eierstock auf zwei Beinen

Das fällt unter die Kategorie „Bushäuschen“ oder „emotionale Flachwichserei“, also die Typen:

  • die ihren Ehering vorm Sex  (wohlgemerkt nicht mit der Ehefrau) abnehmen und sich trotzdem nicht trennen
  • die ihre Ehefrau wegen einer 20 Jahre jüngeren verlassen um mit dieser dann eine Handvoll Kinder zu bekommen
  • die dich heiß machen und im entscheidenden Moment kneifen
  • die schon vor der Hochzeit fremdgehen
  • die die Dating Spielregeln nicht kennen und nicht anrufen

Ich war mit Mitte 30 auch ziemlich zurückgetrieben, frisch getrennt, mein Ex hatte eine 14 Jahre jüngere mit der er sofort ein Kind in die Welt setzte. Das war  nicht schön, ich wusste nicht, was die Zukunft für mich bereit hält. Auch ich bin wie Bridget eine späte Mama. Meine Tochter ist das schönste Geschenk, auch wenn sie oft sehr anstrengend ist. Sie ist ein Teil von mir und wenn ich sie ins Bett bringe, haben wir folgendes Ritual:

Ich: „Ich hab dich über alles lieb!“

Clara: „Ich hab dich noch mehr als lieb. Man kann es einfach nicht sagen.“

Das “ Man kann es einfach nicht sagen“, ist auch unser Codewort für zwischen durch, am Morgen, im Auto, beim Essen usw.

3. das emotionale Gummiband

Dieses besagt, wenn man sich rar macht, also einen auf eisgekühlte Eiskönigin, dann winselt der Traumprinz unterwürfig um deine Liebesbezeugungen. Meine Freundin Lore und ich sind seit Jahren Meister in der Psychoanalyse des männlichen Geschlechts. Alle, die irgendwie und irgendwann  unser Interesse geweckt haben, lagen  schon seelisch nackt und in ihre Bestandteile zerlegt auf unserem Seziertisch. Dialoge, Treffen, Blicke, diverse Andeutungen wurden haarklein unter die Lupe genommen und es wurde immer, wirklich immer ein Grund gefunden für die Reaktionsweise. Die Gründe lagen natürlich stets im männlichen Geschlecht: krankhafte Beziehungsmuster aus der Kindheit resultierend, das biedere Sternzeichen mit ’nem miesen Aszendenten und beziehungsunfähige Schwachmaten. Wann man wen, wie und wann anruft unterlag der psychologischen Kriegsführung und glich einem Strategieentwurf der Supermächte bei einem Weltkrieg. 

4. Ich mag dich so, wie du bist 

Jetzt kommt Mark Darcy endlich ins Spiel. Mark Darcy ist der vollendete Gentleman, zwar ein bisschen staubtrocken aber zupackend und man weiß sicher: er ist der Mann für‘ s Leben. Nicht der überschäumende halbseidene Rhett, der für dich brennende Herzen in den Schnee pinkelt oder der sensible Ashley, der  zwar literarisch bewandert ist, aber sich beim Pinkeln setzt. Bei Mark Darcy ist es das gepflegte Understatement und dann sagt er in der Filmszene zu Bridget folgendes: “ Ich halte sie  wirklich nicht für eine Idiotin. Ich meine, es gibt schon gewisse Anzeichen des Lächerlichen bei Ihnen. Ihre Mutter ist ziemlich interessant und als Rednerin sind sie furchtbar und beklagenswert. Und Sie neigen dazu alles, was Ihnen durch den Kopf geht auszusprechen ohne an die Konsequenzen zu denken. Aber alles in allem mag ich Sie furchtbar gerne. Ehrlich, ich mag Sie so, wie Sie sind!“

Und so bin ich letztendlich versöhnt mit mir und das, was das Leben noch für mich und meine Freundinnen bereit hält.

 

 

2 Gedanken zu “Was Frauen denken und fühlen

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