
Neulich als ich in meiner Heimatstadt auf dem Weg zu Zumba war, sprang mich dieser Aufsteller direkt an : Make sale not war! Vier kleine Worte, die ein Psychologiestudium überflüssig machen, denn mehr muss man nicht hinzufügen.
Letztens an einem Montag, ein trister grauer Januartag, als ich ausgenudelt abparke und meinen Job mal wieder verfluche, bin ich mental an diesem – einen Punkt erreicht…SHOPPEN!
Nur ein Kauf von Schühchen kann meine missmutige Laune verflüchtigen!
Schuhe zu kaufen ist eh das höchste, egal was man wiegt, die Schuhgröße bleibt gleich. Praktischerweise gibt es einen nicht ganz billigen Laden ca. 150 m Luftlinie von unserem Haus. Da ich täglich mindestens zweimal daran vorbeifahre, bin ich über die Schaufensterauslage bestens informiert. Obwohl diese an dem tristen Wochenanfangstag nur mit Wintersale Artikeln dekoriert sind, betrete ich den Laden. Da ich jeden Winkel wie meine Westentasche kenne und meine Spürnase geweckt ist, begebe ich mich zielsicher in das Lager und sehe SIE: feinste Sommerschühchen aus rotem Wildleder für schlappe 205 €, aber jeden einzelnen Cent wert.
Ich muss zuschlagen, schließlich gibt es das Paar nur einmal in 37. Meine Freundin A. hat die gleiche Größe und sie kauft vorzugsweise in dem gleichen Laden. Meine Laune steigt merklich an, als ich die Tüte mit Inhalt in meinen Händen halte. Aber jetzt schon nach Hause gehen? Mein Blick schweift unruhig umher. Ah- vis a vis-erspähe ich ein orangefarbenes frühlingshaftes Kleid in dem Bekleidungsladen, in dem ich auch gerne einkaufe. Schnell überquere ich die Straße. Dass zwei Autos eine Vollbremsung hinlegen müssen, bemerke ich nur am Rande.
Welch eine Wonne: das orangene Kleid ist wie für mich geschneidert und passt zudem noch in Größe 36. Meine Laune setzt zu einem Höhenflug an. Schnell kaufe ich noch den passenden Schal dazu, einen blau-weiß gestreiften Pulli, bei diesem darf wiederum das passende Tuch in blau-getupft nicht fehlen. So, habe fertig und bin insgesamt 550 Euro los! Aber dafür bin ich rundum ausgeglichen: Einkaufen stimmt friedlich!
Als ich schwer bepackt unsere Hofeinfahrt erreiche, sehe ich zum Entsetzen, dass der weiße GLK meines Gatten gerade abparkt. Mist! Wie schaffe ich es jetzt meine Beute unbemerkt ins Haus zu tragen und sie erstmal an einem sicheren Ort zu verstecken? Zu spät! Mit Argusaugen steigt mein Mann aus dem Wagen. Sofort entdeckt er die zwei Tüten.“Wieviel?“ „Och, alles Schnäppchen! So ca. 250 €.““Also mindestens 500!“, antwortet er resigniert. Er kennt mich ziemlich gut und er kann auch gut und sehr schnell rechnen. Er schafft es binnen 30 sec auszurechnen, dass es im Jahr 1350 € kostet, wenn die Putzfee auch noch bügelt. Sein neuer Fernseher im Wohnzimmerkinoformat kostet nicht mehr als meine Schuhe, die ich mir binnen 1,5 Jahre anschaffe.
Die Stimmung ist etwas gereizt. Ich weiß genau, dass er Angst hat, dass ich Haus und Hof und den GLK für Schuhe versetzen würde. Ich bin ein Drauflegegeschäft. Von meiner friedlichen Stimmung ist nicht mehr viel übrig. Soviel zu: make sale not war
Jetzt heißt es erstmal ein bisschen Beziehungsarbeit zu machen. Vielleicht sollte ich mir in Zukunft für meine Beutezüge eine Garage in der Nähe anmieten?
Wie wa(h)r!!!
Habe mich köstlich amüsiert beim Lesen…
LikeLike
Liebe K,
stelle dir gerne als Gargenzwischenlager meinen Kleiderschrank ganz selbstlos zur Verfügung.
Beim nächsten Sporteln bringe ich dann ein Stückchen aus dem Zwischenlager mit!
LikeGefällt 1 Person