
Meine Mutter hat heute Geburtstag. Sie ist 75 geworden. Ich habe ihr zum Geburtstag Fahrstunden geschenkt in der Hoffnung, dass sie sich traut zu mir zu fahren. Ich wohne ca. 100 km von meiner Heimatstadt entfernt, aber für meine Mutter eine unüberbrückbare Hürde, da Start- und Zielort ein Zwischenstück von 50 km Autobahn beinhalten. Sie fährt nur ausgewählte Strecken wie zur Edeka oder Grüngut Annahme. Zweispurige Schnellstraßen meidet meine Mutter und nimmt stattdessen kilometerweite Umwege über verwinkelte Dorfstraßen. Da mein Vater kürzlich verstorben ist, entstand bei mir die Idee ihr einen Aufrischungskurs zu schenken. Ich rief bei einer Fahrschule in meiner Heimatstadt an. Die nette Dame am Telefon war freundlich: „Nein, das ist kein Problem. Für solche Fälle haben wir Sigi, einen pensionierten Bundesgrenzschützler, 63 Jahre alt. Der kriegt das hin. Wir machen erstmal eine Probefahrt um zu schauen, wie fit ihre Mutter ist!“ Klar ist meine Mutter fit und noch ziemlich attraktiv für ihr Alter. Ich erkundige mich weiter: „Meine Mutter fährt nur Automatik!“ „Kein Problem“, weiß mich die Dame am Telefon zu beruhigen, „wir haben da einen Jeep mit Automatik!“ Ok, ich sehe meine Mutter und Sigi, den 63jährigen Pensionär mit verspiegelter Sonnenbrille im Jeep, wie sie auf der Autobahn gen untergehende Sonne reiten … äh fahren. Angemeldet hat sich meine Mutter noch nicht, aber dafür liegt sie jetzt jede Nacht wach und denkt: „Soll ich mir das antun?“ Tagsüber sieht die Welt schon anders aus, da will sie es machen. Ich bin sehr skeptisch, ich kenne meine Mutter schließlich mein Leben lang und ich weiß, dass sie Abmachungen gerne kurz vorher über den Haufen wirft.
Vorhin beim Abendessen wirft sie in die Runde als das Thema auf die Fahrstunden in spe kommen ein : “ Ich hoffe, dass der Fahrlehrer schon bei der ersten Probefahrt sagt: Frau Fischer, Sie sind ein hoffnungsloser Fall!“ Ich werde sie diese Woche trotzdem persönlich anmelden, egal was sie dazu sagt und nachts darüber denkt!!





Wie ich schon geschrieben habe, ergoogle ich mir die Welt. Oft gebe ich einen Satz wie folgt ein: Was bedeutet, wenn jemand zu dir sagt Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen. Immer wenn ich das tue, treffe ich Christian Sander, ein Beziehungscoach, im worldwide web. Da kommen dann so Schlagworte wie:


