Muttertag

 

Heute morgen um 6.15 Uhr: Mama, möchtest du dein Muttertagsgeschenk haben? Nein, nicht um die Uhrzeit. Mama, wann dann? Nicht vor einer Stunde! „OK!“

Um 6.20 Uhr geht die Tür zum Schlafzimmer auf: Mama, soll ich den Costa ins Schlafzimmer lassen? Nein! Der Ingenieur sagt gar nichts, er liegt noch komatös von der gestrigen Bierwanderung auf der Matratze und gibt keinen Mucker von sich.

Gegen 7.00 Uhr steht Clara abermals vor meinem Bett und wedelt mit einem selbst gemalten Bild vor meiner Nase herum. Mit geschlossenen Augen bejahe ich, wie schön dieses doch sei. So leicht gibt meine Tochter nicht auf. Sie knipst die Nachttischlampe an und richtet den hellen Schein direkt auf meine zuckende Lider: Hier Mama, damit du es auch richtig siehst! Ich lobe das bunte Bild mit Himmel, Sonne, Gras, Vögel, Wasserfall und Giraffen ausgiebig und beschließe meine Bettstatt zu verlassen. Bleibt mir auch nix anderes übrig. Als ich mich noch etwas taumelnd ins Bad begebe hält Clara mir das nächste Geschenk entgegen: ein Marmeladenglas mit einer giftgrünen Flüssigkeit darin! Oh mein Gott, sind das gegarte grüne Gummibärchen, brutal ermordet und entsaftet? Meine Tochter belehrt mich sogleich: Das ist Waldmeistergelee. Schau mal, hier habe ich es auch auf’s Etikett geschrieben und eine Tulpe dazu gemalt.

Welch wunderbare Tochter ich doch habe. Sie hat sich bereits angezogen und trägt einen wunderschönen roten Glockenrock. Sie nimmt mich an die Hand: Komm‘ ich hab dir Frühstück gemacht! Zwei Knäckebrote, durchweicht ohne Butter und mit wenig Quark an Erdbeermarmelade lachen mich an. Ich beiße hinein, es isst sich wie geschmacksneutrale Pappe, aber das ist es mir wert. Ich versuche die Gunst der Stunde zu nuzten: Hasi, wollen wir nach dem Frühstück ein bisschen Lesen üben? Nö, heut ist Feiertag, da hab ich frei!

Zuviel darf ich wohl vom Leben nicht erwarten. Der Ingenieur ist inzwischen von den Biertoten auferstanden und schiebt mir mit folgenden Worten ein Parfüm über den Küchentisch: Hier, von meinem und Claras letztem Geld! Das Parfüm riecht gut nach Sommer und Meer. Clara mokiert sich, dass es doch auch einen Weltkindertag geben müsse und schiebt mir einen Katalog von Miniboden hinterher, wo sie gefühlt 3/4 der abgebildeten Ware mit Kugelschreiber eingekreist hat. Keine Ahnung, woher meine Tochter diese konsumkapitalistische Einstellung hat.

Nach dem Frühstück rufe ich meine Mama an, um ihr meine Muttertagsgrüße zu bestellen. Ich erzähle ihr von Claras Geschenkideen. Sie seufzt: Ach, das hätte ich mir mein Leben lang gewünscht, dass du mir einmal das Frühstück gemacht hättest. Aber so bist du halt!

Sollte ich letztendlich nicht total froh sein über meine Tochter? Und dass der Kelch an mir vorübergegangen ist, nicht so eine Tochter geboren zu haben, die wie ich ist???

 

 

Nackt kuscheln

Sie hat mich rumgekriegt, natürlich, sie ist schließlich meine Tochter. Sie kann sehr überzeugend sein, richtig gehend enervierend, steter Tropfen höhlt den Stein. Punkt um – sie schläft morgen bei Henry! Und sie freut sich, zu allererst auf die Busfahrt gen Oberpfalz! Das kennt mein Töchterchen gar nicht: Busfahren (logo sie fährt mit einer Art Privattaxi jeden Tag). Damit der Busfahrer Clara auch mitnimmt, soll ich, als Tipp von der Henry Mama, was schreiben… hm: Lieber Herr Busfahrer, bitte schippern sie mein Wohlstandstöchterlein in die Oberpfalz! Sie ist in der Regel pflegeleicht, wenn man alles macht, was sie sagt und ihr täglich einen Glubschi zu Füßen wirft. Oder: Herr Busfahrer, sie waren doch auch  mal jung (verschmitzter Doppelzwinker). Meine Prinzessin hat ihr dreamdate mit anschließender homesstory, voll royal und sie werden exklusiv dabei sein… Muss mir an der Stelle keine ernsthaften Gedanken machen, sie wird den ersten Sitzplatz besetzen, derweil die anderen Schulkinder sich noch die Nase an der Bustür platt drücken. Clara hat ein gutes Gespür für Ihre Bedürfnislage.

So, zunächst kaufen wir kleine Mitbringsel. Glubschis gehen für Henry selbstredend gar ned: niedliche bunte Viecher mit treuen großen Augen, bargh! Instinktiv greift Clara zu einer Giftnatter und einer Würgeschlange der Marke Schleich. Die Henry Mama bekommt Lindt: bunte Vielfalt! Daheim kommt uns Oma Luisegunde entgegen. Als sie von der Übernachtungsgeschichte hört, werden ihre Augen groß und sie schlägt die Hände über ihrem Meichala zusammen: Ihre Enkelin schläft bei einem Mann!!! Wir packen Claras Rucksack. Ganz emsig stopft sie die Kleidung hinein: Du, Mama ich muss unbedingt das graue T- Shirt für Henry einpacken und meine Lieblingsunterhose. Ach und hier noch das Nachthemd mit den Törtchen. Jetzt wird es mir auch mulmig zumute.

Gemäß dem Motto von Maria Montessori Hilf es mir selbst zu tun, hat Clara bereits in ihrer zweiten Schulwoche ihre Eltern gefragt: Habt ihr eigentlich auch schon mal nackt gekuschelt? Da ich selbst eine erfahrene Pädagogin bin, wusste ich, dass man ihr nicht mehr mit Blümchen und Bienchen ankommen muss. Ich fasste das Prozedere eines Coitus kindgerecht zusammen. Nicht genug für sie: Als ihr mich gemacht habt, wie habt ihr da nackt gekuschelt? Um Himmels Willen, natürlich nur einmal so missionaristisch, fast unbefleckt… Mein Gesicht überzog sich mit einer feinen Röte als Clara noch einen draufsetzte: Und wo habt ihr nackt gekuschelt??? Mensch, ich olle Helikoptermama, meine Tochter ist sieben Jahre alt, liebt ihre Glubschis, die Schleichpferde, Bibi und Tina und findet küssen altersgerecht voll blöd. Ich atme tief durch als der Ingenieur das Zimmer betritt. Er runzelt die Stirn: Sind des fei auch anschtändige Leut!? Wenn er das schon sagt,  er weiß sonst jedes Risiko zu minimieren! Mal schauen, vielleicht streiken morgen alle mittelfränkischen Busfahrer oder Blitzeis im Mai legt den Verkehr lahm oder der Himmel fällt uns auf den Kopf…


Gedankenwelten 1.0


Mittwoch Morgen in meiner Heimatstadt: Heute scheint die Sonne vom Himmel und mich drängt es zu laufen. Wenn ich laufe bin ich bei mir, nur meine Gedanken, ich und meine Musik. Ich muss auch meine zweitägige Fortbildung in Klosterbanz verdauen. Dort roch es aus allen Ritzen nach CSU. Die Zimmer – teils vergitterte Fenster- und der Geschmack des Essens waren allerdings SPD. Die dargebotenen Themen waren besser als erwartet. Ich weiß nun mehr über die Arbeitswelt 4.0 und dass mir teurere Flüge angeboten werden, da ich ein i phone besitze. Mein Handy kennt mich besser als der Ingenieur, es weiß wo ich mich gerade befinde, welche Vorlieben ich habe usw. Jetzt ist mir auch klar, warum ich die Bekanntschaft von Christian Sander gemacht habe. Spotify schickt mir auch immer den Wochenmix, der sich aus meinen oft gehörten Liedern ableitet. Darauf lasse ich mich aber nicht ein. Ich mache mir meinen eigenen Mix. Heute laufe ich mit Frühling 2017. 32 Songs querbeet und trashig, das was zu meiner Gedankenwelt 1.0 passt.

Ich starte mit Marc Forster an der alten Bäckerei, da geht es links hoch über den Wildrosenweg Richtung Eckertsberg. Wir sind groß … gleich diesem Adjektiv liegt auch der Berg vor mir, er zieht sich – 10 Minuten für einen Kilometer ist wahrlich keine Spitzenleistung! Wir können das Buch selber schreiben, es gibt genug freie Seiten…fast weise Worte für so einen jungen Kerl. Geschafft! Ich laufe ich wieder bergab, Richtung Friedhof. Welches Lied von den 32 wird mich aus der Zufallswiedergabeliste als nächstes begleiten?

Es ist der lovesong von Adele. Ich öffne die Friedhofspforte und begebe mich zur Steinplatte. Ich liebe Adele und diesen schlichten Song, der ursprünglich von Cure stammt. Adele hat ihn ihrer Mutter gewidmet und dann passt er jetzt wohl auch an dieser Stelle für meinen Papa. Ich bleibe vor der Platte stehen. Meine Mutter, typisch Aufräumtruppe, hat Claras liebevolles Arrangement aufgeräumt. Ich lasse die Steinplatte und das Lied auf mich wirken und denke an meinen Papa: ein stiller Beobachter mit einem feinsinnigen Humor, ausgeglichen und bis zu einem gewissen Grad gutmütig- der Werni. Ich war sein einziges Kind und ich finde mich in ihm wieder, in manchen Charaktereigenheiten, in seinen Füßen, den Augen, den Wangen und den Muttermalen.

Weiter geht es zur Haaresquelle, dort wo ich mit 13 meine ersten Lungenzüge und das Knutschen geübt habe. How deep is your love? quietschen mir die Bee Gees entgegen… you come to me on a summer breeze – der Löwenzahn, so scheint es mir, wogt synchron zu der Textzeile im Wind. Fast überhöre ich die Kehrmaschine des Coburger Entsorgungsbetriebes, die entschlossen den Flurbereinigungsweg von versprengten Pusteblumen bereinigt. Um nicht mit entsorgt zu werden, nehme ich Tempo auf. Husch-  überquere ich den Fußgängerweg in Lützelbuch, nehme Kurs auf Rohrbach und laufe unter Hochspannungsgefahr über die die Brücke der ICE Trasse. Die hat meine Laufwege damals merklich unterbrochen und eine Schneise der Orientierungslosigkeit hinterlassen. Links und rechts wogen die gelben Rapsfelder mit ihrem leicht blähenden Geruch – I say a little prayer for you.

Meine Gedankenwelt schweift zu meiner Clara. Ich habe sie wegen der Fortbildung schon seit drei Tagen nicht mehr gesehen. Laut Oma Luisegunde hat sie heute morgen schon am Frühstückstisch geweint. Ich kenne meine Tochter genau, wahrscheinlich hat ihr der Papa das versprochene Glubschi noch nicht beschafft! Ich wünsch dir Liebe ohne Leiden und eine Hand, die deine hält, dass dir deine Träume bleiben und Glück für alle Zeit…Unser gemeinsamer Weg mit unserer Tochter wird wohl noch eine geraume Zeit weiter gehen, sie ist ja schließlich erst sieben. Zufrieden atme ich den Duft der Apfelblüten ein, deren Bäume sich der schmalen Straße nach Rohrbach schlängeln. Ich erhöhe meinen pace zu Burn Baby burn, disco Inferno… ich gebe es zu, ich habe gesündigt, ich habe fast alle Samstag Abende DSDS geschaut. Aber der Sieger der diesjährigen Staffel, Alphonso geht in Ordnung und meine Oberschenkel brennen inzwischen ganz gut.

Inzwischen bin ich bei Kilometer acht gelandet und es ist an der Zeit umzukehren. Ich biege den Feldweg von Rohrbach Richtung Seidmannsdorf ab. Es geht nur noch bergab. Ganz lässig singt mir Alphaville: Forever young ins Ohr. Das Lied ist über 30 Jahre alt, erinnert mich aber nicht an meine Discobesuche, sondern eher an den Neubeginn nach meiner ersten Ehe. I want to be forever young…besonders erinnerungswürdig ist für mich die deutsche Version von Karel Gott. Diese eignete sich par excellence für das Rauswurflied bei Schülerdiscos.

Erholt und voll positiver Energien beende ich nach neun Kilometern meinen Ausflug. Bald geht es wieder in meine neue Heimat und zu meinen Lieben. Einige Lieder meiner Playlist habe ich verschwiegen, ein paar Geheimnisse muss ich ja schließlich auch noch haben.

 

 

Hallo Frosch!

Herr Bischoff hört nicht auf zu lieben. Gestern bin ich auf diesen Artikel gestoßen und er hat mich sofort gefangen genommen. Herr Bischoff wohnt seit 23 Jahren in einem Museum der Gefühle. Solange ist es her, dass ihn seine damalige Freundin verlassen hat. Er hat seit 1994 nichts mehr verändert in seiner Wohnung. Neben einem grauen Commodore von 1985 und unzähligen Froschfiguren, die sie ihm geschenkt hat, finden sich die Hanuta Bildchen auf seinem Küchenbuffett und im Badschrank ein Klopapierabriss, wo sie „Hallo Frosch“ draufgeschrieben hat. Herr Bischoff hat sich entschieden die Exfreundin weiter zu lieben. Dafür braucht er nur sich, seine Wohnung und seine Erinnerungen. Inzwischen ist diese Frau für Herrn Bischoff zu perfekten Frau geworden und weil es eine Illusion ist, die sich aus ihm selbst speist, wird er nie von ihr enttäuscht.

Warum hat mich dieser Artikel so berührt? Weil ich unsägliches Heimweh hatte nach meinem alten Leben bevor ich Mama geworden bin in meiner Heimatstadt. Und weil sich das so schlimm angefühlt hat wie Liebeskummer: Kummer die Heimat verloren zu haben, die Menschen, die man lieb hat und die mich ein Stück auf meinem Weges begleitet haben und die Schwierigkeit einen neuen Platz an einem anderen Ort zu finden mit veränderten Rollen als Frau in zweiter Ehe, Mama und Lehrerin. Wo ist mein neuer Platz in meinem neuen Leben? Auch fehlten mir die vertrauten Orte, die Wege um den Buchberg, wo ich immer gejoggt bin, die alte Schule, in der es zum Schulfest die Bratwurstmarken gab und und und…Es fühlte sich falsch an auf den Straßen von der alten Heimat in mein neues Zuhause zu fahren, die umgekehrte Richtung, so meinte ich, müsste es doch sein.

Ich vermisste das alles sehr über Jahre und war gefangen in einer Endlosschlaufe immer wieder kehrender Erinnerungen der Vergangenheit von Geschriebenem, Gesehenem und Gehörtem. Als würde man in den Keller gehen, auf den Dachboden oder in Oma Luisegundes Stadel, wo die Erinnerungsstücke stehen, die Geschichten erzählen: der Wartesaal des Lebens, das berüchtigte Bushäuschen?

Erst jetzt vier Monate nach dem Tod meines Vaters hat sich etwas verändert in mir. Meine Endlosschlaufe ist aufgeweicht. Diese Gedanken kamen mir bei der heutigen Zumbastunde. Der Fitnessguru hatte eine neue Choreographie zu Rihannas „Love on the brain“ vorgestellt, ein Walzer mit Drehungen um 90 Grad bis man wieder am Ausgangspunkt stand. Leider hielten sich die meist mittelalten Damen nicht an die vorgeschriebenen Drehungen im 3/4 Takt, jede brach in eine andere Richtung aus. Wunderbar, so muss Leben sein, ausbrechen, sich frei machen von altem Ballast. Und es darf gerne bei mir weitergehen mit schwungvollem Richtungswechsel meinethalben auch im 3/4 Takt.

Und was ist wohl aus Herrn Bischoff geworden? Noch verwaltet er seine Gefühle wie ein Kundenbetreuer einer Bank seine Unterlagen. Ich denke, er bewahrt sich sein altes Leben auf. Er muss nichts mehr verändern – ein stabiler Zustand! Auch wenn man Herrn Bischoff zuflüstern möchte: Komm sei kein Frosch!

https://blendle.com/i/neon/herr-bischoff-hort-nicht-auf-zu-lieben/bnl-neon-20160606-28506?sharer=eyJ2ZXJzaW9uIjoiMSIsInVpZCI6InByZWNodGxrYXRocmluIiwiaXRlbV9pZCI6ImJubC1uZW9uLTIwMTYwNjA2LTI4NTA2In0%3D

 

 

Modell „Kärnten“ und dann ist Schluss


Da meine Mutter inzwischen  eigens und öfters mit dem Auto zu uns fährt, haben wir beschlossen das Gästezimmer zu renovieren. Darin steht noch das alte Schlafzimmer von den Schwiegereltern anno 1960 und es ist zu einer Rumpelkammer verkommen. Der Ingenieur hat folgenden Plan: unser altes Bett kommt in das Gästezimmer und wir leisten uns ein neues. Seit Mittag ist er zugange und liest akribisch Prospekte und schaut im Internet nach Schnäppchen, unter 20 % Rabatt geht hier gar nix!

„Modell Kärnten: das ist dann das letzte, darin sterben wir!“, so kommentiert mein Mann. Ich bin entsetzt, ich bin gerade zarte 47 Jahre alt!

Lore stimmt mir zu: „Modell Kärnten klingt ganz furchtbar! Nix mit Boxspringbett…neue Liebesoase? Ihr kauft euch echt ein Bett mit dem Namen Kärnten?“

Gottseidank hat der Ingenieur ein weiteres Bett ausgemacht, was 30 % billiger ist. Ich kann Entwarnung geben: „Nee, ist nur Spaß, wir kaufen was mit verstärktem Gestell, Rollfüßen und Kuhfell.“

Ich höre meine Freundin förmlich in ihr Handy lachen als sie tippt: Verstärktes Gestell mit zwei Federgabeln zum Abfangen der Stöße (in unserem Alter) … und vorne sind noch zwei Fahrradlenker dran zum Festhalten! (Lore fährt selbst gerne Rad.)

Ha, ha! Ich zitiere gerne an dieser Stelle den Ausspruch meines damaligen Seminarleiters: Essen ist der Sex des Alters. Ich muss jetzt eh mal weitermachen. Wir haben den Beichtkameraden mit Gattin zum Pizzaessen und Weinverkostung eingeladen. Das stellt mich vor neue Herausforderungen: das Paar isst vegetarisch und glutenfrei und zwar gemischt.

Wenn ich Pizza backe bin ich ihm nahe. Mein Vater hat mir vor einigen Jahren seine vielen Pizzarezepte fein säuberlich zusammengeschrieben, ein Büchlein daraus gemacht und mir dieses zu Weihnachten geschenkt. Ein tolles Geschenk, was ich jetzt natürlich noch mehr würdige. So kann ich immer an ihn denken. Pizza Margherita gibt es heute für meine Clara, sie möchte es gerne schlicht. Gemüse und Kräuter werden in dem Alter nicht überbewertet. Als Starter kredenze ich die Pizza für Otto Normalverbraucher mit Schinken, Salami, Pilzen, Pepperoni und dem ganzen Gedöns:  einmal normal, einmal vegetarisch und einmal glutenfrei. Danach kommt Pizza alla Pugliese. Sie ist eher minimalistisch mit gedünsteten Zwiebeln, Provolone und Pfeffer, aber im Nachgang sehr gehaltvoll wie der Amarone, den wir dazu trinken. Das ist erst der Anfang. Die Pizza alla Siciliana besticht durch das intensive Geschmackserlebnis von Sardellen und Kapern. Der Höhepunkt kommt zum Schluss: Pizza Cristoforo! Sie schmeckt wie der Frühling, abgerundet mit Schafskäse und grünen Spargelspitzen.

Das vegetarisch-glutenfreie gemischte Doppel, der Ingenieur und die Pizzabäckerin selbst sind mit der Pizza, dem Wein und dem Abend mehr als zufrieden. Gegen Mitternacht sind wir alle bettschwer. Als ich auf die Matratze niedersinke, ist das letzte was ich denken kann: „Gottseidank muss ich in diesem Bett noch nicht sterben, es ist ja erst das vorletzte…“

Heute morgen bin ich noch ein bisschen geschwächt vom gestrigen Abend. Ich kann mich zu nix aufraffen und schicke dem Pizzabesuch, der sich für nächste Woche angekündigt hat einige Fotos als Appetizer. Dazu schreibe ich: Ihr seid ja weder vegetarisch noch glutenfrei?“ Postwendend erhalte ich als Antwort: Leider hat mein Mann eine Laktoseunverträglichkeit… Emmentaler Käse geht bzw. gaaanz wenig Mozzarella…sorry.“

Ok, werde ich schon auch irgendwie hinkriegen, so wie manch anderes!

 

 

Erstes Home Date

Autobahn rauf, Autobahn runter, A 3 Richtung Regensburg, A 6 Richtung Tschechien… Hilfe, wo muss ich hin? Beinahe wünsche ich mir Fahrlehrer und Pensionär Sigi an meine Seite. Ich bin auf dem Weg zu Claras erstem home date, zu Henry, der fast in der oberpfälzischen Pampa wohnt. Seit gestern schreibt sie ihm bereits über WhatsApp. Das ist eigentlich schon einer kleinen Liebeserklärung gleichzusetzen, da Buchstaben und Lesen nicht so ihr Ding sind. Clara mag eher die Zahlen, da gleicht sie ihrem Vater, dem Ingenieur. Ganz wie ihre Mutter ist meine Tochter jedoch nicht unclever. Da Clara weiß, dass Henry nix von Prinzessinnen und Einhorn Smilies hält, schickt sie ihm vorab Adler, Eule, und Spinne mit Netz, selbstredend ganz in grau gehalten.

Schüs Hery Bis muge

Heute muge früh um 7 kuscheln wir zu viert im Bett. Den Ingenieur haben wir schon zur Arbeit geschickt. Sowohl für die zwei Katzen Cindy und Costa als auch für Clara und mich ist die Welt in Ordnung. Wir räkeln uns, das Sonnenlicht fällt auf unsere Bettdecke. Ich kraule Clara zärtlich den Rücken und frage sie: „Na, freust dich auf Henry?“ „Ist er wohl richtig faliebt in dich?“ sinniere ich weiter. Meine Tochter gibt sich selbstbewusst: „Er schaut mich immer zu an und redet mit mir am meisten. Er hat zu mir gessagt, dass ich seine beste Freundin bin.“ Schmunzelnd denke ich: „Mein kleines Mädchen, wenn das dein Schwarm mal in 10 Jahren zu dir sagen sollte, dann trittst du ihn kräftig ans Schienbein und schaust, dass du möglichst schnell Land gewinnst…“ „Ich bin auch sein bester Freund“, fährt Clara weiter fort. In ihrem Alter sind Freundschaften noch unbekümmert.

„Mama? Als du noch ein Kind warst, war da auch jemand mal in dich faliebt?“

„Ja, der hieß Oli. Der hat mich mal angerufen und ins Telefon geplärrt: I love you, you love me. Let us make a Family!“

„Und was hast du dann gemacht, Mama?“

„Ich hab den Hörer aufgelegt“!

Das Anziehen und Waschen geht an diesem Morgen ungewöhnlich schnell. Ich kann meiner Tochter sogar ohne großartiges Gemotze noch eine zehnminütige Leseeinheit abringen. Pünktlich machen wir uns Richtung Oberpfalz auf den Weg. Trotz Irrungen und Wirrungen finde ich den Weg. Als Henry uns die Tür aufmacht, leuchten seine Augen auf.  Clara ist sofort ums Eck mit ihm. So muss es sein! Ich inspiziere noch Haus, Umgebung und die Eltern, finde nix Bedenkliches und mache mich wieder auf den Nachhauseweg.

 Als ich meine Tochter abhole, hat sie sich versteckt und ich muss sie 10 min suchen. Als ich Clara endlich finde, schaut mich ein bockiges Gesicht an. Sie will unbedingt bei Henry übernachten und ich Spaßbremse hab ihr die Tour vermasselt. Bis ich das Wohlstandstöchterlein im Auto habe, muss ich mich vor Henrys Mama etliche Male fremdschämen.

Ich suche Sarah Connor auf dem USB Stick.. mit all deinen Farben, wie schön du bist ..schubidu…In Ihrem Gesicht ist grade nix schön, zornig und hochrot mit Tränen in den Augen funkelt sie mich an. Wenn Blicke töten könnten. Ich versuche ruhig zu bleiben: „Was habt ihr denn gespielt?“ „Dies und das.“, antwortet meine Tochter kryptisch. „Und was gab es zu essen?“ „Nudeln mit ekliger Soße und Karotten, bäh!“ In mir steigt auch Ärger hoch, sogar ziemlicher. Zwei Stunden war ich als Chauffeusse für die Madame unterwegs. Als  ich zuhause ankomme, ploppt eine Whatsapp von Henrys Mama auf :

Clara hat für nächstes Mal schon Gnocchis bestellt 😂

Ich schwör es wird kein nächstes Mal geben. Ich hab auf der Rückfahrt nämlich einen neuen Tauschparkplatz mit Klo und passendem Namen entdeckt…


 

Spätlese – Lieder, die du gerne hörst, …

…aber du dich nicht traust das zuzugeben!

Ich bin ja ein Kind der 70er und was glaubt ihr, was ich da mit der Muttermilch aufgesogen bekommen habe? Na klar: den deutschen Schlager! Das läuft nach dem Muster der frühkindlichen Prägung in den ersten Monaten deines Lebens, verknüpft sich mit den Synapsen in deinen Hirnwindungen und ist zeitlebens verankert.

Bei meiner ersten bewussten Begegnung und der damit verbundenen Schwärmerei, war ich vier Jahre alt. Wenn mein Vater von der Arbeit heimkam, hatten wir das Spiel entdeckt, dass ich mich auf seinen Fuß setzte. Er tat dann immer so, als würde er das nicht bemerken und seufzte dabei: Mann, was ist denn da so schwer! Darüber freute ich mich sehr und auch über Rex Gildo mit seinem schmissigen „Hossa! Hossa! „

Ein paar Jahre später gehörte in meiner Kindheit die Hitparade mit Dieter Thomas Heck zu den TV Highlights in meinem Leben. Hier musste ich schon früh erfahren, dass das Leben nicht immer ein Zuckerschlecken war. „Tränen lügen nicht“, „eine neue Liebe, ist wie ein neues Leben“, „dabei liebe ich euch beide“, „ein bisschen Frieden“… Somit waren die wichtigsten Überschriften schon abgehakt: Liebe, Trauer, Beschiss und Krieg!

Dann verschwand der Schlager von der Bildfläche für ca. 15 Jahren, wenn man nicht gerade zu den Vokuhilas gehörte und in Dorfdiscos zu Wolle Petry gröhlte. Das Revival fand Mitte der 90er statt mit Guildo Horn, der alle lieb hatte und dem Eurovision Songcontest. Endlich gab es wieder Schlagerparties und man musste sich nicht schämen. In unserer WG haben wir regelmäßig Karaoke gemacht. Legendär der Auftritt von meiner Freundin K. zu diesem Zeitpunkt schwanger und bis heute alleinerziehend mit „ein Schiff wird kommen“. Auch konnte man die einfachen Liedtexte gut umdichten. Der Vater meines Patenkindes,  der meist schon am Kreisel Süd meiner Heimatstadt auf dem Weg in den Urlaub anhalten musste, besangen die anderen Mitfahrer fröhlich „Auf der Straße nach Wissi Wissi“ zu der Melodie von Mendocino.

Meine Schlager CD von BILD hörte ich nach Bayreuth rauf und runter. Freddy Quinns Heimweh entsprach meiner Seelenlage: “ viele Jahre schwere Fron, harte Arbeit, karger Lohn“ Auch bot sich in manchen einsamen Nächten Roland Kaiser an: „manchmal möchte ich schon mit dir, diesen unerlaubten Weg zu Ende gehen …“

Die Jahre bis zur Geburt Claras hörte ich Schlager und diverse Auswüchse heimlich. Mit Clara konnte ich meiner Leidenschaft auf Kinderfasching wieder frönen. Mensch, so ein schöner Tag. Irgendwann kam auch Helene und selbst hartgesottene Männer konnten ihre weiche Seiten zeigen. Ich werde nie vergessen unseren Urlaub in der Toskana. Der Ingenieur und ich waren auf dem Weg nach Bolgheri, auf dem Rücksitz sein bester Freund und Beichtkamerad mit Gattin. Der Beichtkamerad E. gibt sich gerne mal pickelhart, aber so in der toskanischen Sonne -weingefüllt wie eine Amphore- sangen wir alle im Chor: Ich will immer wieder dieses Fieber spürn! E. sang am lautesten!

Clara und ich lieben zur Zeit Sarah Connor. Wurscht, dass die fünffach Mutti den Text der deutschen Nationalhymne nicht fehlerfrei wiedergeben konnte. „Wie schön du bist“ nudelt bei uns beiden auf dem Weg in ihre Schule rauf und runter. Ihre zwei Klassen- und Fahrgemeinschaftskameraden halten sich bereits die Ohren zu. Ist uns aber voll Banane, wenn wir den Text auswendig mitsingen!

Und jetzt schreibt mir doch, was ist euer schönster Schlager?

Ostern – Nachlese


Ein bisschen gemein ist das schon, wenn man aus Italien kommt und direkt in Sibirien landet, so gefühlt und auch gemessen: 21,5 Grad Temperaturunterschied. Aber die Laune kann es mir auch nicht wirklich verderben. Es ist Ostermontag am  Abend und ich sitze mit Freundin Lore in der Kneipe beim zweiten Glas Wein. Die Stimmung ist gut. Wir beharken die neusten Themen, schließlich haben wir zwei Wochen nicht mehr ausführlich geplaudert. Kichernd erzähle ich von der einen Kollegin, die einen heißen Italiener am Start hat. Wir prosten uns zu und schießen ein paar Selfies, die wir weinselig einem alten Freund schicken. Der erhört uns leider nicht. Dafür ploppt mein whatsapp mit etlichen Fotos vom Ingenieur auf. Er hat einen 20 km Trail in der Fränkischen Schweiz absolviert bei 10 cm Neuschnee. Bewundernd schauen Lore und ich auf die markigen Fotos. Natürlich trägt er auch die richtige Funktionskleidung: alles High Tech! Wie seine neue Waage, die bedient er mit einer App auf seinem Smartphone. Ich wiege mich ja seit geraumer Zeit nicht (zuviele vorösterliche Schokoeier). Aber die Putzfrau ist dem Ingenieur auf den Leim gegangen: Zweimaliges Wiegen bei konstantem Gewicht von 88,1 kg! 

Und sonst?

Clara hat eine Einladung von Henry zu einem Übernachtungsdate. Da bin ich aber zu besorgte Mutter, ihr wisst ja, wo er sich die Hände wäscht… ich hole mein Töchterchen spätestens zur Tagesschau ab.

Achja, meine Mutter will sich ein neues Auto kaufen. Das alte ist ihr zu groß, die Farbe zu silbergrau und es hat zu wenig PS. Das neue ist schon fast bestellt: ein metallic blauer schnittiger Kleinwagen. Lore orakelt: Wirst sehen, die wird nicht lang allein bleiben!

Wo fängt dein Himmel an?

Donnerstag letzter Woche als mein Ingenieur und ich dösig im Endstadium von Germanys next Topmodell sind und nur noch auf Heidi Klums fiesen Ausspruch „Ich habe heute leider kein Foto für dich“ warten, erinnert er mich an folgendes: Du wir haben für Freitag in einer Woche Karten für Philipp Poisel! Puh,hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm. Philipp Poisel ist natürlich schwere Kost, wenn man mittelalt und hormonell aus dem Tritt ist. Auch Freundin Lore bejaht dies: Projekt Seerosenteich – mit jedem deiner Fehler- kann man gleich mit dem Auto und Vollgas gegen den nächsten Betonpfeiler fahren! Selbst die 20 Jahre jüngere Nichte meines Mannes empfiehlt bei: Wie soll ein Mensch das ertragen – bitte nicht die Taschentücher vergessen! Aber voll schön das Lied.

Zunächst ist nix voll schön und traurig. Die Parkplatzsuche vor der Bamberger Arena gestaltet sich als aussichtslos, das Ambiente selbst ist wie der sichtbare, kühle graue Beton und die verklemmten Toilettentüren. Das Publikum bewegt sich zwischen den Autokennzeichen HAS, KG und HO. Als Philipp mit seiner Band die Bühne betritt und die ersten Songs anstimmt, ist das alles sehr B-Seiten lastig. Ich rutsche unruhig auf meinem harten Plastikstuhl hin und her. Doch plötzlich wie in einem Überraschungsangriff fragt er: Wo fängt dein Himmel an? Meine Augen werden nass. Philipp setzt zum Todesstoß an: Die Eisenbahn fährt durch unbekanntes Land … du Heimat, Zuhause bist…halt mich fest!

Herrgott Philipp, möchte ich ihm zurufen: fuck off the bloody sky. Mach es endlich! Meinetwegen im Erdbeerfeld oder unter den Hollunderblüten… Treib es vom Keller bis zum Dachboden rauf, da ist man dem Himmel ganz nah! Doch wenn ich in Philipps Augen sehe in seiner leicht gekrümmten Körperhaltung, dann möchte ich ihn ganz sehr festhalten und ihm ins Ohr flüstern: Ich glaub so Einlagen wären für deine s-förmige Wirbelsäule echt gut. Und nuschel nicht immer so!

Das Konzert nimmt Fahrt auf, stimmungsvolles Bühnenbild, die Auswahl der Songs rangiert zwischen neu und alt. Die Musiker und Philipp füllen die Bühne aus. Die Betonarena und der Plastiksitz unter mir sind vergessen. Der letzte Song vor der Zugabe hat es wieder in sich. Das Publikum singt wie er mit geschlossenen Augen: Ich will nur, dass du weißt, ich hab dich immer noch lieb. Und dass es am Ende auch keine andere gibt, die mich so vollendet, die mich so bewegt.  Mensch Philipp, wann hört denn dieser verdammte Herzschmerz endlich mal auf? Ich back dir eine, ehrlich!

Die erste Zugabe natürlich: Wie soll ein Mensch das ertragen? Nee, jetzt ist mal hier genug gepoiselt. Philipp scheint es selber zu merken, dass er den Gefühlshaushalt seines Publikums genug strapaziert hat. Das nächste und zugleich das letzte Lied nimmt Fahrt auf. Der Bass wummert, mein Herz mit, der Beat nimmt Fahrt auf, ein DJ wird in einer Discokugel gen Himmel geschickt:.. und der Himmel hat sich langsam gedreht…ich hab getanzt als gäb’s kein Morgen mehr! Gottseidank zum Schluss: ein Perspektivenwechsel! Jetzt können wir nach Hause fahren.

 

Tod einer Waschmaschine


Es ist kurz vor den Osterferien und wir fahren gleich zu Beginn für ein paar Tage an den Gardasee. Zuvor muss ich natürlich packen und vor dem Packen waschen. Ich liebe es zu waschen. Wenn ich die Wäsche nach Farben und Schmutzgrad sortiert habe und die Trommel im gleichmäßigen Rhythmus schwingt, räumt mich das innerlich auf. Da bin ich fast ein bisschen zwanghaft. So ich schiebe die dunkle Farbwäsche in die Trommel und drücke auf Start. Das Wasser schießt ein, aber die Trommel dreht sich nicht mehr. Ich schreie sogleich nach meinen Schwiegereltern. Oma Luisegunde und Opa Adolf geben alles um das Siemens Modell wieder flott zu bekommen, doch vergeblich. Ich gerate leicht in Panik. Der Ingenieur, der von einem schweren Arbeitstag nach Hause kommt, muss es sofort richten. Doch auch bei ihm vergebens. Die gute alte Siemens ist dem Herz- äh dem Trommeltod gestorben. Da ich als Lehrerin schon immer gut Arbeiten verteilen konnte, bringe ich meine Wäsche schnurstracks bei den Freundinnen in der näheren Umgebung unter.

Doch wie schnell kriegt man ein neues Modell her, bei einem Ingenieur als Gatten, der bei einem Neukauf seitenweise Testberichte liest und mit Excel Tabelle die Preisunterschiede vergleicht? Ich erörtere das Thema per WhatsApp mit meiner Freundin Lore. Sie frotzelt:

Wirst wahrscheinlich du Schuld sein, dass sie kaputt ist, weil du das Waschen ned kannst.

Ich korrigiere sie, da ich bereits gebrieft wurde: Eine durchschnittliche Waschmaschine hält 12 Jahre! Unsere ist schon 18 Jahre alt, sie hat ihr Soll erfüllt.

Nehme an, er kauft einen geeigneten Ersatz deutscher Wertarbeit, die so komplex ist, dass nur er das Waschen beherrscht.

Ich verneine, denn der Ingenieur wäscht nicht und für das gemeine Fußvolk reicht ein 0815 Modell. Oma muss sich sicher auch prozentual beteiligen, das ist in der Familie P. so. Beispielsweise musste Opa Adolf bei der Inneneinrichtung unserer Gartenhütte sogar 60 % zahlen, da wir das Modell „Amberg“ ausgewählt hatten und mein Schwiegervater aus der Oberpfalz stammt.

Soweit so gut, meine Wäsche ist bei den Freundinnen gut aufgehoben und mein Ingenieur hört sich den ganzen Abend Testberichte der verschiedenen Modell deutscher Wertarbeit am PC an. Ich darf gespannt sein! Am nächsten Vormittag fiept mein Handy. Eine WhatsApp von meinem Mann mit einem Bild von einer Waschmaschine. Darunter steht: Schon eingepackt…natürlich ein Topmodell mit WIFI ..

Ich bin platt als ich das Modell guter deutscher Wertarbeit mit jedem Schnickschnack (man kann sie über eine App programmieren) vor mir stehen sehe. Es war natürlich ein Schnäppchen, B- Ware sozusagen, da die Maschine einen kleiner Kratzer aufweist. Sie hat alle Kriterien erfüllt und ich kann sie auch bedienen. Dann kann es ja bald losgehen in die Sonne zum Gardasee. Der Ingenieur hat auch schon die Musik runtergeladen. Diesmal hatte die Tochter die erste Wahl und wir dürfen uns auf Bibi und Tina 1 – 4 freuen, das reicht mindestens bis zum Brenner.