„Wenn du müsstest:“ so schreibe ich Herrn W. abends auf meiner Couch liegend, „Lothar Wieler oder Jens Spahn?“ „Ich muss gar nix!“, gibt sich Herr W. bedeckt. „Hopp!“, dränge ich auf eine Antwort. Die kommt: „Wieler, was analysierst du daraus?“ „Wieler ist Pathologe, da erübrigt sich jede Analyse! Ich glaub, ich würde auch Wieler nehmen. Der kann sicher ein bisschen streng sein.“, gebe ich Herrn W. mein psychologisches Fachwissen weiter. „Ich denk, der ist Veterinär?“ Jetzt wird es krass. Wir sind uns indessen einig, dass Spahn ein Volltrottel und eine Null ist und Zaunlatten im Mund hat.
Herr W. lobt mich für meine Ideen und ist dankbar, dass Söder nicht zu Wahl stand! Söder, der Mann der Stunde, der Mann dem sich die Augenbrauen sträuben! Söder for President! Wir im Land der Bayern folgen ihm brav wie die Lämmer aus der Krise… Moment! Lämmer ist gleich Osterlämmer ist gleich Schlachtbank.
Mal ganz ehrlich, gerade sind Virologen die Männer der Stunde. Sie stehen auf jeder Pressekonferenz neben den Staatsoberhäuptern, füllen die Headlines der Nachrichtenmagazine und geben in einem eigenen täglichen Podcast, ihr Wissen an uns Laien weiter. Wissen und Macht macht bekanntlich sexy und so darf Frau insgeheim von ihrem Virologen der Wahl träumen. Die Freundin aus meiner Heimatstadt bekommt Herzchenaugen bei Christian Drosten. Das ist der Ashly-Typ, der Frau mit seinen braunen Augen und den lockigen dunklen Haaren sofort in die Knie zwingt. Leise mahnend hat er der Welt schon im Januar das Horrorsezenario an die Wand gemalt.
Oder wie wäre es mit Virologen Hendrick Streeck? Der saß wie ein glattgebügelter BWLer mit manikürten Fingernägeln wochenlang bei Stern TV rum und hat das deutsche Fernsehvolk mit seinem Fachwissen berieselt. Aber dann gewann er die Gunst der Zuschauer, als er in einem nordrhein-westfälischen Hotspot eine Feldstudie angeführt hat und 3000 kontaminierten Bewohnern Wattestäbchen in Nase und Rachen gesteckt hat. Streeck als strategischer Feldherr wie einst Julius Cäsar, der seine römischen Legionäre selbst ins Feld geführt hat? Vor 2000 Jahren noch mit Schwerter und Schilder, heute mit Wattestäbchen und Mundschutz!
Oder würdet ihr den amerikanischen Virologen Anthony Fauci präferieren? Mit stoischem Gesichtsausdruck, heruntergezogenen Mundwinkeln und verschränkten Armen steht er zwar für’s Foto neben der amerikanischen Flagge. In Wahrheit knallt er aber dem narzisstischen Donald Trump unverblümt die Wahrheit um die Ohren, wie dieser anfänglich in der Corona Krise versagt hat. Das bringt Fauci, diesen unbeugsamen alten Mann Morddrohungen ein und er avanciert insgeheim zum Revoluzzer. Revolutionäre müssen, wie wir alle wissen, nicht schön und jung sein. Immerhin ziert Che Guevara noch gute 50 Jahre nach seinem Tod Bikinis und T-Shirts.
Weil ich grad nix zu tun habe und völlig losgelöst bin, frage ich mal bei Lore nach, wie sie das mit den Virologen sieht: „Welches ist dein Topvirologe, bei dem du schwach würdest?“ Ich bekomme neben drei Heulemojis: „Da gibt es echt gar keinen,“ als Antwort und dass sie jetzt aufräumen täte. Lore hat sich seit Corona durch drei Staffeln Bergdoktor durchgeschaut, da haben Virologen keinen Platz.
Und wie sieht es bei mir aus? Ich habe mich in der Quarantäne häuslich eingerichtet und hoffe, dass mich Söder nicht so schnell wieder rauslässt. Von Schule und meinem Alltag bin ich völlig losgelöst. Gerade habe ich eine Windbeutel Challenge am Laufen mit Löckchen, das ist die Mutter von Hasis Schulfreund E. Vier Tage hintereinander habe ich Brandteig durch die Spritztüte gequält bis ich schlussendlich fluffige, sich majestätisch aufbäumende Beutelchen fabriziert habe. Im Alter von 50 habe ich mich selbst zur Windbeutelkönigin erkoren. Wie die Schönwetterwölkchen reihten sie sich nahtlos in den blauen Himmel am Osterwochenende ein. Und während ich meine Quarantäne genieße und mein Magen satt von den unzähligen Windbeuteln ist, fange ich das Überlegen an, für welchen Virologen ich meine gemütliche Quarantäne verlassen würde.

Super- wie immer…
Christian gefällt mir nicht, Lothar ist ein Unsymphath und Hendrik ist ein Schwiegersohn- Typ… König Maijgus aus N ist auch net schee, aber zuverlässig und lehrer- und kinderfreundlich -in seiner majestätischen Rolle, in der er sein Völkchen der Bajuwaren führt, gefällt er mir… Immerhin aß er früher mit Karin und Kindern in Ödenberg immer Braten mit Klößen am Sonntag… Ein Frangge halt…
Freue mich auf den ersten Schultag- aber habe heute gemerkt, dass der nicht so schnell kommen darf, denn der typische Grundschüler kann leider nur eine Individualdistanz von etwa 2,8 cm zu allen Lebewesen einhalten… Getestet heute in der Schule im Ferien- Dienst…
Alles Gute und noch viel Spaß bei und mit den Windbeuteln
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