The first fire

Der Inscheniör hat heute vor einem halben und ein klitzekleines bisschen Jahrhundert das Licht der Welt erblickt. Man kann sich das ungefähr so vorstellen: Als er aus Luisegundes Schoß geschlüpft ist, hat er zuerst das Licht im Kreißsaal gedimmt bzw. ausgeschaltet. Dann hat er sich drangemacht die Qualität der Gitterbettchen der Neugeborenen zu bemängeln und eine extra weiche Unterlage anzufordern. Des Weiteren hat der Inscheniör binnen der ersten Tage die Schritte der Etagen gezählt und errechnet wieviele Schritte die Säuglingsschwester durchschnittlich zu rennen hat bis zu ihrem Feierabend. Darüber hinaus ist er auch nicht mit der normalen Babybeikost zufrieden gewesen, hat ein Upgrade des Krankenzimmers gefordert und sich auf der Säuglingsstation die Gratisproben von Milupa, Penaten und Pampers eingesteckt.

Jetzt kommt die Überleitung: knallhart und ohne Kuschelkurs. Als wir vor über einer Woche unseren „welcome paradise“ Urlaub auf den Seychellen angetreten sind, sind wir erstmal quer durch die Bungalows gezogen. Man kann nicht erwarten, dass der Inscheniör, der Gardenvilla gebucht hat, einen Blick auf Sand vor der Terrassentür hat. Da kann er nicht hinsehen, weil er hat ja zuhause in mühevoller Kleinarbeit den Rasen neu angesät. Und eigentlich späht er auf ein Upgrade auf die Strandvilla, weil die vor Ort 25 € billiger zu buchen ist, als über den Reiseveranstalter. Jeden früh rennt er 10, 12 oder 15 km bei konstanten 87 % Luftfeuchtigkeit und 29 Grad (der Äquator ist nahe). Wenn der Inscheniör läuft, holt er sich als erstes ein kleines blaues Handtuch (kostenlos) aus dem Fitnessstudio. Das legt er sich in den Nacken bevor er losläuft. Würde er bei seinem Run noch Boxbewegungen imitieren, könnte er auf seinem Lauf noch Autogramme verteilen a la Rocky Balboa.

Binnen weniger Tage kennt ihn jeder Angestellte des Resorts, wie z.B. der nette housekeeping Inder, der ein neues Bettstatt quer durch den garden of paradise schleppen muss, da dem Inscheniör die Matratze zu hart ist. Derweil studiert dieser die Events und Sonderangebote des hoteleigenen Newsletter. So kommen wir in den Genuss eines Willkommensdrinks und eines Rumtastings- of course for free! Und das Highlight: der Silver Day!! Selbstbewusst fordert der Inscheniör ein alkoholisches Freigetränk mittags an der Bar ein, bevor er sich zu einer kostenlosen 15 minütigen Massage in den Spa Bereich begibt! Ausgestattet mit einer kräftigen Portion Selbstbewusstsein werden alle seine Wünsche erfüllt. Heute ist ja Silver Day!!!

Am nächsten Tag gibt sich der hoteleigene Newsletter etwas bedeckter: Gold Day!! Nur für Members (fettgedruckt) werden die Sonderangebote des Tages feilgeboten. Und der freundliche Inder formt auch keine freundlichen Schwäne aus Handtüchern mehr, sondern einen Affen, aufgehängt am Kleiderbügel. Dieser trägt die Brille des Inscheniörs. Am Samstag geht es wieder nach Hause, vorher hat sich der Inscheniör allerdings noch die Konditionen eines Diamond members erklären lassen, schließlich wollen wir wiederkommen ins Paradies 🌴🌴🐍🐍 …

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