
Am meteorologischen Frühlingsanfang muss man sich unbedingt den Realitätscheck geben, so ist der Konsens von Lore und mir, als wir die letzten Minuten des Bachelors im whatsapp Talk parallel synchronisieren und analysieren. Wir sind uns schnell einig, dass er ein mittelmäßig aussehender geiler Bock ist (laut Focus waren am Drehset überall Kondome griffbereit gelegen), der sich gewaltig schämen sollte!! Also ehrlich!
Und sofort schweben zudem folgende Fragen im Raum: Wollen wir Frauen so einen? Und sind wir käuflich?
Die machen es für Geld und werden dann als Z- Promis durchs Dschungelcamp geschleift, so könnte eine Antwort lauten. Das ist doch inzwischen angiemäßig politisch voll korrekt. Die Asylis haben auch zwei und mehr Frauen, wäre eine andere Erklärung. Boah, wir wollen auch vier oder fünf Männer haben: einer der einkauft, einer der aufräumt, einer der das Geld zusammen hält …
Weit gefehlt, so müssen uns Lore und ich belehren lassen, es ist wohl doch alles Reality. Stern TV greift das Thema im Anschluss auf: Wie bewältigt man Zurückweisung in dieser Show? Eingeladen ist eine Bachelor Finalisten von 2016, die damals vom Bätsch in der letzten Runde sitzen gelassen worden war. Das war der, der so aussah wie der Esel aus den Shrek-Filmen, viel Zähne und sonst nix. Im Einspieler sieht man die Verschmähte mit weidwunden Rehaugen vor einer Kiste mit Erinnerungen schwelgen. Da ein flüchtig hingeschmierter Zettel von dem Shrekdarsteller, hier eine verwelkte Rose. Für mich ist das damals eine Welt zusammen gebrochen, als er mir sagte, er hätte sich nicht in mich verliebt. Ich konnte seine Worte in diesem Moment gar nicht begreifen, habe es nur an seinen Augen ablesen können. Ich weiß bis heute nicht wie ich damals mit dem Flieger nach Hause gekommen bin. Ich war tagelang wie weggetreten.
Der Fachmann, der zu dieser „Sitzenwerdengelassen“ Thematik eingeladen wurde, nickt zustimmend: Das ist ein Ereignis, ähnlich wie der Schmerz über den Tod eines Angehörigen, das hier verarbeitet werden muss. Dabei wirft der fleischig- haarig glatzköpfige Beziehungscoach der weidwunden Zurückgetriebenen einen begehrlichen Blick zu, bevor er fachmännisch weiter palavert: Man muss sich danach selbst in Stimmung bringen!
Na, diese Tipps hätten Lore und ich auch im Wachkoma nach einer einwöchigen Klassenfahrt aus dem Stegreif aufsagen können. Deshalb gibt es an dieser Stelle, die über Jahrzehnte hinweg gewonnen Coaching-Strategien, von Frau zu Frau:
- Entsorge die Erinnerungskiste: Wirf die den geschenkten Bücher und die Briefe in den Müll. Dann lösche alle Fotos und Filme auf deinem Handy. Verbiete dir selbst das Googeln seines Namens.
- Leg die rosarote Brille ab: Der Bollerkopf sieht nur mittelmäßig aus und schon während des Studiums haben alle hinter vorgehaltener Hand über seine Haare am Rücken und den Schmalz in den Ohren gelästert.
- Das Modell ist ein Opel, kein Ferrari: Das sieht zumindest der Durchschnitt deiner weiblichen Bekannten. Was für dich der scharfe Rettich ist, dreht bei den anderen Frauen den Libidoregler auf null.
- Hör endlich auf dich unter Wert zu verkaufen: Lauwarmes Essen schmeckt auch nicht nach dem x-ten Aufwärmen. Das gleiche gilt auch für den Typen, der dir homöopathisch und situativ hin und wieder einen Brotkrumen zuwirft.
Deshalb warte nicht auf doofe Rosen von solchen Eseln in einem Bushäuschen: Ruf dir ein Taxi, selbstredend ein tolles Modell, bei dem alles noch gut in Schuss ist!!!