
Der Inscheniör hat sich mittlerweile zur Hasi einquartiert, für eine geruhsame Nacht ohne Matratzenerschütterungen und sein Löwenweibchen allein zurück gelassen. Meine Freundin P., die Tatsachen gerne auf den Punkt bringt, sagt, dass die Hollis total nette Menschen sind. Vielleicht sollte ich des Nächtens einmal einen duui duui Lockruf entsenden, was sowohl Hallo als auch Tschüss heißt. Der Tag startet gemächlich. Die Hasi will reiten, aber alle Ponys sind ausgebucht. Erst am Montag ist Ponyreiten wieder möglich. Der Inscheniör will es da richten und mehr für die 9 € rausholen. Ich sehe auf meiner Joggingstrecke unzählige Väter mit ihren Töchtern und Ponys, die ihre Hinterhufe in den Rasen stämmen und sich genüsslich an demselben bedienen. Mal schauen, wer von den beiden am Montag die Oberhand hat. Weil ja die Ponys ausgebucht sind, gehe ich mit meiner Tochter ins Schwimmbad, Außenpool, bei 17 Grad hab ich draußen auch noch nie geplantscht. Während ich im Strudelbecken gemächlich vor mich hindümple, beobachte ich die Leute. Auffallend sind die englischen Familienväter mit Sonnenbrand, gerne tätowiert. Einer trägt ein großes Herz an grünen Ranken am Oberarm. Darauf steht mother. Ich halte es wie Gloria Gaynor, die gerade aus der Animationsecke dröhnt: I will survive und tauche unter.

Nach der Regenpause fahren wir nach Moirlaix, einem Ort 10 km entfernt. Der Inscheniör gibt mit seinem angelesen Wissen aus dem Reiseführer an: Berühmt war die Stadt einst für sein Monopol von der Tabakfertigung in der Bretagne. Deshalb wurde ein Viadukt 1800 gebaut um die fertigen Tabakwaren nach Brest und Paris zu liefern. Ein schönes Örtchen mit steilen Gassen und vielen Kunstateliers. Wir sind etwas müde und kehren in einem Café ein. Wir überlegen für die Völkerverständigung und Kontaktaufnahme heute Abend am Campingplatz Pizza essen zu gehen. Der Inscheniör reißt die Augen auf als er eine Stunde später die Speisekarte dorten studiert: Lauter holländische Biere! Und den Film Madagaskar gibt es heute Abend auch im Mini Club auf holländisch…und das Interieur und der Anstrich des Lokales gibt sich selbstredend in orange. Jetzt hilft nur noch beten!
