So merkt der Inscheniör kritisch an und fragt sich: Warum fahren die dorthin, wo das Wetter doch genauso schlecht ist wie bei denen zu Hause? Der Campingplatz ist eindeutig in der Hand von Holländern und auch von Engländern. Wie in einem Ali Mitgutsch Wimmelbuch geht es zu. Ansonsten ist das mobile Home klein und der Inscheniör sehnt sich nach seinem Beichtkameraden und Vada. Dorten war alles besser im letzten Jahr: die Hütte geräumiger, die Temperaturen doppelt so hoch und der Sprache rudimentär mächtig, hatte man auch kein Problem früh um 11 Uhr in der Strandbar una bierra a la spina , per favore zu ordern. Das Grauen in der beengten Unterkunft nimmt nachts seinen Lauf. Hat der Inscheniör doch ein impulsives Löwenweibchen an seiner Seite und dieses ist nachtaktiv ohne Ende… um 3 Uhr kapituliert er und richtet seine Bettstatt auf der Küchenbank. Wie zehn Elefanten hast du dich des Nächtens hin und her geworfen, so wirft er mir vor. Danke, aber auch! , leicht beleidigt ziehe ich ab. Kein guter Tag, wird nur Spiegelei geben.
Der Tag verspricht dennoch schön und sonnig zu werden. Der Inscheniör führt seine Gazellenbeine zu einem 12 km Lauf aus, ich begebe mich währenddessen zum Ponyreiten mit der Hasi. 9 € für eine halbe Stunde, 20 Minuten davon frisst das störrische Vieh alle Grashalme und Blumen vom Wegesrand. Ich bin voll überfordert mit Saxo, wie das gefräßige Pony heißt. Anschließend darf ich laufen. Ich verirre mich in den weitläufigen Artischockenfeldern und werde von den Hofhunden verbellt. Morgen nehme ich die Poserstrecke wie der Inscheniör, die soll zu erstklassigen Stränden führen.
Diese Strände muss er mir heute noch zeigen, das Wetter ist in den nächsten Tagen schlechter gemeldet. Im Moment lacht die Sonne vom Himmel, wir sammeln Muscheln, kraxeln auf dem Muschelkalkfelsen herum und liegen in der Sonne.
Zum Abschluss des Tages gehen wir in die Strandbar. Der Inscheniör ordert ein Hefeweizen, welches im „Berliner Weiße“ Glas gebracht wird. Er vermisst nix mehr, außer vielleicht die Bildzeitung zum Bierchen. Er baut sich erste Eselbrücken zur französischen Sprache: s’il vous plait – sehen – wuchten – Blei, jeweils die zwei bzw. drei Anfangsbuchstaben!



