
„Ich weiß es“ und „Wir sind es!“, fügt meine Tochter noch hinzu, während sie ihr Druckbuchstabenheft vervollständigt. „Was“, fragt ihr Vater, der Ingenieur, nach. „Na, faliebt!“, antwortet Clara wie selbstverständlich. Morgen am Samstag kommt Henry für ein nachmittägliches Playdate zu uns. Das erste Mal! Clara ist aufgeregt und fragt mich bezüglich der Liebe ❤️ Löcher in den Bauch.
„Wenn Henry viel von mir erzählt, ist er dann in mich faliebt?“, bohrt sie. Ich bejahe dies und versuche ihr in diesem Zusammenhang das psychologische Phänomen des Erwähnungszwangs zu erklären. Meine Tochter sinniert weiter: „Er hat mich neulich umarmt und die Rose nicht! Außerdem erzählt er mir im Klassenzimmer genauso viel wie in der Pause.“ Das ist wahrscheinlich einer Liebeserklärung gleich zu setzten. Immerhin redet Henry, wie wir wissen, nicht viel. „Bei seinen gemischten Freunden mag er mich als Freundin am liebsten.“, schwärmt Clara weiter. Ich bin fasziniert. Meine siebenjährige Tochter ist in Liebesdingen besser bewandert als ihre 47 jährige Mutter.
Clara schwärmt weiter: „Henry liebt Krimis und ist schon mal in eine Mülltonne gekrochen!“ Siedendheiß fällt mir wieder ein, dass er zudem noch gern die Hände im Klo seiner Oma wäscht. Ich versuche vorurteilsfrei vor mir zu argumentieren: Hat Diogenes nicht auch in einer Tonne gewohnt und Alexander dem Großen die Stirn geboten mit den berühmten überlieferten Worten: “ Geh mir ein Stück aus der Sonne?!“ Und absolut cool sieht Henry auch aus mit seinen halblangen Haaren.
„Es gibt nur ein Problem!“, seufzt meine Tochter. Ich sehe sie fragend an. „Er will nicht heiraten!“ Das spricht weiterhin für ihn. Ich bin so gespannt auf Henry und kann es bis morgen kaum erwarten …
Einfach nur süüüß…💏
LikeLike